Lufthansa-Aktie im Plus: Thiele bekräftigt strategisches Interesse - Lufthansa sieht keinen Zeitdruck bei Verkäufen

Thiele strebe mit seinem jüngst aufgestockten Aktien-Anteil von mehr als 15 Prozent "ein langfristiges strategisches Engagement bei der Deutsche Lufthansa AG an", teilte die Airline am Donnerstagabend in Frankfurt mit.

Thiele habe Lufthansa erklärt, er peile "derzeit keine Einflussnahme auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs-, und/oder Aufsichtsorganen" an. Auch wenn momentan keine konkreten Absichten bestünden, lässt sich der Großaktionär aber die Hintertür offen, "künftig in seiner Eigenschaft als Ankeraktionär gegebenenfalls Einfluss auf die Besetzung des Aufsichtsrats der Emittentin zu nehmen oder auch selbst ein Aufsichtsratsmandat bei der Emittentin anzustreben", hieß es in der Mitteilung.

Thiele beabsichtige derzeit nicht, innerhalb der nächsten zwölf Monate weitere Stimmrechte an Lufthansa zu erlangen, hält sich aber auch diese Option in dem Zeitraum offen. An der Kapitalstruktur der Gesellschaft, vor allem im Hinblick auf das Verhältnis von Eigen- und Fremdfinanzierung sowie die Dividendenpolitik, strebt Thiele demnach keine "wesentlichen Änderungen" an.

Der Milliardär war in der Corona-Krise zum größten Aktionär der Lufthansa aufgestiegen. Er hatte den Einstieg des Staates zur Rettung der Airline kritisiert, dann aber doch zugestimmt.

Lufthansa sieht keinen Zeitdruck bei Verkäufen von Firmenanteilen

Nach dem milliardenschweren staatlichen Rettungspakt prüft die Lufthansa Verkäufe von Unternehmensteilen, will sich dabei aber nicht unter Zeitdruck setzen lassen.

"Wir werden schneller als vor der Krise angedacht Beteiligungen verkaufen müssen, um mit den Erlösen die Schulden zu reduzieren", kündigte Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe) an. "Notverkäufe sind nicht notwendig und wird es auch nicht geben, weil wir im Moment solide durchfinanziert sind." Erst vor wenigen Tagen hatten die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung grünes Licht für ein neun Milliarden Euro schweres Rettungspaket der Bundesregierung gegeben und damit eine drohende Insolvenz infolge der Coronakrise verhindert.

Dennoch führe an Verkäufen von Firmenanteilen kein Weg vorbei, betonte Kley. Dabei schloss er die Tochter Lufthansa Technik ein. "Das ist wirklich ein hervorragendes Unternehmen, das in Teilen sehr eng mit dem Kerngeschäft des Konzerns verknüpft ist", sagte der Manager, der viele Jahre Finanzchef bei der Lufthansa war. "Die Situation zwingt uns nun, schneller als geplant darüber nachzudenken, in welcher Kombination sich Lufthansa Technik künftig am besten entwickeln könnte." Es werde für den Konzern eine neue Gesamtstrategie entwickelt. "Im Herbst werden wir im Aufsichtsrat darüber beraten", sagte er.

Kley will sich künftig intensiver mit Großaktionär Heinz Hermann Thiele austauschen. "Inzwischen haben wir verabredet, dass wir uns alsbald erneut persönlich treffen wollen." Thiele ist mit 15,5 Prozent bei der Lufthansa eingestiegen und sieht das Rettungspaket kritisch. "Ich bin in diesem Zusammenhang im übrigen sehr froh, dass Heinz Hermann Thiele als Großaktionär seine Stimme erhoben hat und vieles kritisch hinterfragt hat, ehe er dem Rettungspaket zugestimmt hat", sagte Kley.

Am Freitag gewannen die Aktien der Lufthansa zum XETRA-Handelsende 1,18 Prozent auf 8,95 Euro.

FRANKFURT (dpa-AFX / Reuters)

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[finanzen.net] · 03.07.2020 · 17:57 Uhr
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