Linde-Aktie gewinnt: Linde erhöht nach starkem Auftakt die Jahresprognose

Der weltweit größte Industriegase-Konzern Linde legt nach einem Gewinnplus im Auftaktquartal die Messlatte für den Jahresgewinn höher. Linde habe dank der Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells und der wirtschaftlichen Erholung erneut hervorragende Ergebnisse erzielt, sagte Unternehmenschef Steve Angel am Donnerstag bei Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal. Mit Blick auf die Zukunft ist Angel zuversichtlich, dass das Unternehmen auch in den kommenden Jahren einen bedeutenden Wert für seine Aktionäre schaffen wird.

Für 2021 peilt Linde nun einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn je Aktie von 9,60 bis 9,80 US-Dollar an, wie das im DAX notierte Unternehmen am Donnerstag in Guildford bei London mitteilte. Das sei ein Anstieg im Jahresvergleich um 17 bis 19 Prozent. Dabei profitiere Linde auch von günstigen Währungseffekten. Zuletzt war das Unternehmen von einem bereinigten EPS von 9,10 bis 9,30 Dollar ausgegangen. Für das zweite Quartal kalkuliert das Management mit 2,50 bis 2,55 US-Dollar.

Im ersten Quartal erhöhte sich der bereinigte Gewinn je Aktie auf vergleichbarer Basis im Jahresvergleich um 32 Prozent auf 2,49 Dollar. Das war mehr als von Experten erwartet. Im fortgeführten Geschäft legte der bereinigte Gewinn auf vergleichbarer Basis um 30 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Dollar zu. Der Umsatz kletterte dank höherer Preise und Volumen um gut sieben Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar.

Mehr umsetzten konnte Linde im Gasegeschäft in allen Regionen. Das Unternehmen führte dies vor allem auf eine hohe Nachfrage aus der Gesundheits- und Elektronikindustrie sowie zyklischen Branchen zurück. Aber auch die Erlöse in der kleineren Sparte Anlagenbau legten kräftig zu.

Linde ist seit der Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair 2018 der weltgrößte Anbieter von Industriegasen. Der Konkurrent der französischen Air Liquide beliefert die Auto-, Öl-, Chemie- und Metallindustrie genauso wie Lebensmittelhersteller und Krankenhäuser. Den Löwenanteil der Umsätze und Gewinne erwirtschaftet Linde in der Region Amerika, rund 25 Prozent der Erlöse kommen aus Europa und knapp 20 Prozent aus Asien. Weltweit beschäftigte die Linde plc Ende 2020 rund 74 000 Mitarbeiter.

Künftig will der Linde-Chef das Geschäft mit Wasserstoff stark ausbauen. Linde erzielt laut Angel schon heute mehr als zwei Milliarden Dollar Umsatz mit Produktion, Vertrieb, Speicherung und Anwendung von Wasserstoff. "Und angesichts der erwarteten Investitionsvorhaben von mehr als 100 Milliarden Dollar denke ich, dass sich unser Wasserstoffgeschäft in Zukunft vervierfachen könnte", sagte er vor wenigen Monaten. Gerade bei großen Transportmitteln wie Lastwagen, Zügen, Fähren und Bussen werde sich Wasserstoff zuerst durchsetzen.

Linde baut auch schon für eine Zeit ohne Angel als Chef vor. Wenn alles gut läuft, könnte Vorstandsmitglied Sanjiv Lamba in rund einem Jahr den Chefsessel übernehmen, schrieb das "Handelsblatt" vor ein paar Monaten unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Lamba, der bereits vor der Fusion mit Praxair bei Linde im Vorstand saß, leitet seit Januar das operative Geschäft. "Das nächste Jahr wird für Lamba das entscheidende sein", sagte Linde-Verwaltungsratschef Wolfgang Reitzle dem Blatt.

Direkt bestätigen wollte er die Spekulationen um die Neubesetzung des Chefsessels nicht. Der Verwaltungsrat werde rechtzeitig über die Nachfolge Angels entscheiden, sagte er. Wenn Lamba in den kommenden ein bis zwei Jahren Linde-Chef wird, dann dürfte Angel Verwaltungsratschef werden.

An der Börse kam die Quartalsbilanz gut an. In der Spitze stieg der Aktienkurs via XETRA am Mittag um 1,7 Prozent auf 246,65 Euro. Zuletzt betrug das Kursplus noch 1,4 Prozent auf 245,85 Euro. Seit Jahresbeginn verteuerte sich das Papier um rund 15 Prozent.

DJG/mgo/sha

FRANKFURT (Dow Jones / dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 06.05.2021 · 13:44 Uhr
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