Lieferando-Mutter Takeaway.com wächst kräftig - JUST EAT-Fusion bis Jahresende - Aktie im Plus

Im dritten Quartal kletterten die Bestellungen auch dank der Übernahmen von Foodora, Lieferheld und Pizza.de in Deutschland im Jahresvergleich insgesamt um 87 Prozent auf 41,6 Millionen Stück, wie das niederländische Unternehmen am Mittwoch in Amsterdam mitteilte.

"Während wir weiter Wachstum über Gewinne stellen, liegen wir jetzt mit dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland und mit der gesamten Firma im positiven Bereich", sagte Takeaway.com-Vorstandschef Jitse Groen.

Nach der Übernahme des Deutschlandgeschäfts von Delivery Hero zum 1. April ist der deutsche Markt mit Abstand der größte für Takeaway. Im ersten Halbjahr hatte Deutschland im Tagesgeschäft noch einen operativen Verlust ausgewiesen. Genaue Daten zu Umsatz und Gewinn teilt das Unternehmen nur halbjährlich mit.

Takeaway.com will Fusion mit JUST EAT bis Jahresende durchsetzen

Den geplanten Zusammenschluss mit dem britischen Lieferdienst JUST EAT über einen reinen Aktientausch sehen die Niederländer auf gutem Weg. Ende Oktober sollen die Aktionäre die Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung erhalten, die dann im Dezember stattfinden soll. Abhängig von den Zustimmungen der Eigentümer, Behörden und Betriebsräte dürfte die Fusion rund um den Jahreswechsel abgeschlossen werden, hieß es.

Wenige Monate nach der Übernahme des Deutschland-Geschäfts von Delivery Hero mit den Marken Lieferheld, Foodora und pizza.de für knapp eine Milliarde Euro hatte Takeaway.com im Sommer den Zusammenschluss mit JUST EAT angekündigt. Entstehen soll ein Konzern mit einem Börsenwert von rund neun Milliarden Euro, um künftig dem Rivalen Uber Eats besser die Stirn bieten zu können. Der niederländische Essenslieferdienst, der in Deutschland vor allem für die Marke "Lieferando" bekannt ist, steht auf dem Standpunkt, dass in jedem Land nur ein Essens-Lieferdienst profitabel arbeiten kann. Der britische Konkurrent Deliveroo hatte im August bekanntgegeben, sich aus Deutschland zurückzuziehen.

Bei seinen Fusionsplänen muss Takeaway.com noch einige Überzeugungsarbeit leisten: Mehrere Investoren hatten zuletzt die Bewertung von JUST EAT als zu niedrig kritisiert und Widerstand angekündigt. Die Aktionäre hoffen auf ein besseres Angebot. Im frühen Amsterdamer Handel gewannen die Takeaway.com-Titel 2,86 Prozent auf 71,95 Euro. Letztlich stand noch ein Aufschlag von 2 Prozent bei 71,35 Euro an der Kurstafel.

/men/eas/jha/

AMSTERDAM/Düsseldorf (dpa-AFX / Reuters)

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[finanzen.net] · 09.10.2019 · 17:57 Uhr
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