Leid der Mütter im Gazastreifen: Kaiserschnitt ohne Betäubung und fehlende Versorgung
Im Gazastreifen sind Kaiserschnittoperationen nach Aussage einer Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks Unicef manchmal ohne Betäubung durchzuführen. Tess Ingram gab bekannt, dass es den Krankenhäusern an Anästhesie-Medikamenten mangelt und aufgrund der Überfüllung Mütter bereits drei Stunden nach dem Eingriff das Krankenhaus verlassen müssen. Diese schockierende Situation wurde durch den Bericht einer Krankenschwester noch verstärkt, die erzählte, dass sie in nur acht Wochen sechs Kaiserschnitte bei verstorbenen Müttern durchführen musste, um deren ungeborene Kinder zu retten. Ingram selbst besuchte den Gazastreifen und übermittelte ihre Berichte per Videoverbindung aus Jordanien an Reporter in Genf.
Ein furchtbares Schicksal traf auch die junge Mutter Mashael, deren Haus bei einem Raketen- oder Bombenangriff getroffen wurde und deren Baby aufhörte sich zu bewegen. Obwohl sie sicher war, dass das Baby tot war, wartete sie einen Monat lang auf medizinische Versorgung, als Ingram sie traf. Eine weitere Frau namens Amal wurde im sechsten Monat ihrer Schwangerschaft unter den Trümmern ihres Hauses eingeklemmt. Trotz der extremen Umstände kam ihr Baby gesund zur Welt. Amal selbst war verletzt und krank, hatte jedoch keine andere Wahl, als mit ihrem neugeborenen Mädchen in einen selbstgebauten Unterstand auf den Straßen von Rafah zurückzukehren.
Der Schock und die schwierigen Lebensumstände der Mütter führen oft dazu, dass sie ihre Babys nicht stillen können. Babynahrung ist knapp vorhanden und langfristige Folgen für die Neugeborenen sind zu befürchten. Die Grausamkeit, die den Kleinsten zuteil wird, sollte weltweit die Menschen aufschrecken lassen, so Ingram. Dies gilt auch für das Schicksal der beiden Kleinkinder, die am 7. Oktober von Terroristen aus Israel in den Gazastreifen entführt wurden und weiterhin gefangen gehalten werden. Seit den Terroranschlägen befindet sich Israel im Krieg mit dem Gazastreifen.
Ingram zufolge kamen seit dem 7. Oktober fast 20.000 Babys im Gazastreifen zur Welt. "Mütter stehen vor unvorstellbaren Herausforderungen in Bezug auf angemessene medizinische Versorgung, Ernährung und Schutz vor, während und nach der Geburt", so ihre alarmierenden Worte. (eulerpool-AFX)

