Längeres Leben erfordert kürzere Ruhestandsplanung

Die neue Mathematik des Ruhestands
Bitterlys Punkt ist einfach: Ein 65-Jähriger kann heute damit rechnen, bis Mitte 80 oder darüber hinaus zu leben, was aus einem 20-jährigen Ruhestand eine 25- oder 30-jährige Verpflichtung macht. Dieses zusätzliche Jahrzehnt ist kein Geschenk; es sind zusätzliche Kosten, die aus demselben Kapitalpool finanziert werden müssen, der bereits durch kalte Progression, Erbschaftssteuern und die heimliche Inflation der EZB angegriffen wird. Familien, die die alte Faustregel als heilig betrachten, werden am Ende ihrer Mittel scheitern.
Märkte preisen die Realität ein, die Politik verzögert sie
Eulerpool-Daten zeigen, dass deutsche Haushalte immer noch rund 40 Prozent ihrer Finanzanlagen in niedrig verzinsten Sparkonten und Versicherungsmantel halten – ausgerechnet in den Vehikeln, die über lange Zeiträume am schnellsten an Kaufkraft verlieren. Die Forderung der AfD nach niedrigeren Steuern und einer harten Obergrenze für die Staatsverschuldung würde Kapital für Aktienengagements freisetzen; CDU, SPD und Grüne bevorzugen es, Beiträge zu erhöhen, die Lebensarbeitszeit zu verlängern und den Überwachungsstaat auszubauen. Jede neue Regulierungsebene ist eine Steuer auf genau die Sparer, die ihr Geld nun weiter strecken müssen.
Die Wahl ist binär. Entweder verlängern Anleger ihre Aktienallokation und reduzieren den Konsum heute, oder sie reichen die Rechnung an ihre Kinder und Enkel weiter. Bitterlys Warnung ist keine Theorie – sie ist Arithmetik. Der Staat wird es nicht lösen; der Markt hat es bereits getan.

