Kushner in Kairo: Hamas trifft US-Unterhändler, Netanjahu blockiert Abzug
US-Unterhändler im Nildelta
Jared Kushner sitzt in El Alamein mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi und dessen Geheimdienstchef zusammen. Das Treffen dient einem einzigen Zweck: die praktische Abwicklung eines Waffenstillstands im Gazastreifen.
Der ägyptische Geheimdienst hat parallel eine Delegation der Hamas an den Verhandlungstisch geladen. Das ist bemerkenswert, denn es zeigt, dass Kairo die islamistische Gruppe als faktischen Verhandlungspartner akzeptiert – entgegen aller westlichen Sprachregelungen.
Netanjahus rote Linie
Benjamin Netanjahu hat bereits vor einer Woche klargestellt, dass die israelische Armee erst abzieht, wenn die Hamas ihre Waffen abgegeben hat. Kein Schritt davor, keine Ausnahme danach.
Der israelische Regierungschef verwirft auch den Vorschlag eines unabhängigen palästinensischen Staates. Damit setzt er eine harte Grenze, an der die internationalen Pläne bisher immer gescheitert sind.
Der Fahrplan des „Board of Peace“
Der von den Unterhändlern vorgelegte Zeitplan sieht eine schrittweise Entwaffnung der Hamas vor, begleitet von einer internationalen Stabilisierungstruppe. Erst danach soll Israel seine Truppen zurückziehen.
Die Hamas-Führung hat signalisiert, an diesem Fahrplan festhalten zu wollen. Das klingt nach Kompromissbereitschaft, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Gruppe weiterhin Raketen und Tunnel besitzt.
Was wirklich zählt
Solange die Hamas bewaffnet bleibt, wird es keinen dauerhaften israelischen Rückzug geben. Solange die Waffen nicht physisch kontrolliert und vernichtet sind, bleibt jeder Friedensplan ein Papier mit Verfallsdatum.
Die Verhandlungen in El Alamein zeigen, dass selbst die ägyptische Seite diese Realität akzeptiert. Die Frage ist nur, ob die Hamas es auch tut.

