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Kurssprung bei OSRAM-Aktie: ams erwartet Vollzug des OSRAM-Angebots weiter im zweiten Quartal

Die einzige verbleibende Bedingung zum Abschluss betreffe den Erhalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen, heißt es in einer Mitteilung am Donnerstagabend. In der Zwischenzeit habe ams seine direkte Beteiligung an OSRAM auf 23,4 Prozent erhöht. Diese Erhöhung sei aus bestehenden liquiden Mitteln finanziert worden und unterstreiche das klare Ziel, das Öffentliche Angebot erfolgreich abzuschließen und den Zusammenschluss umzusetzen.

Die Bezugsrechtsemission schreite gemäß den Bestimmungen des am 13. März 2020 publizierten Prospekts voran. Die Bezugsrechtsemission sei vollumfänglich von einem Bankensyndikat übernommen worden, das aus denselben Banken bestehe, die sich bereits verpflichtet hätten, die Brückenfinanzierung für die Übernahme im Umfang von bis zu 4,4 Milliarden Euro bereitzustellen. ams habe sich somit alle notwendigen Finanzmittel gesichert.

ams sei seit Start der Bezugsrechtsemission im fortlaufenden Kontakt mit Investoren und habe positive Rückmeldungen von einer Reihe großer bestehender Aktionäre erhalten, die planten, ihre Bezugsrechte auszuüben, sowie von weiteren Investoren, die an der Bezugsrechtsemission teilnehmen wollten.

Im Einklang mit der Pressemitteilung vom 6. März 2020 bestätigt ams in der Mitteilung zudem erneut die finanziellen Erwartungen für das erste Quartal 2020 eines Umsatz von 480 bis 520 Millionen Dollar und einer bereinigten operativen EBIT-Marge von 19 bis 21 Prozent. Die Auswirkungen von Covid-19 auf die Geschäftstätigkeit werde weiterhin aktiv beobachtet.

So reagiert die OSRAM-Aktie

Das bekräftigte Übernahme-Vorhaben von ams für OSRAM hat am Freitag die Aktien des deutschen Lichtspezialisten in eine Erholung katapultiert. Am Markt wird das Vorhaben der Österreicher jedoch weiterhin mit Vorbehalten gesehen.

Im etwas stabilisierten Gesamtmarkt sprangen die OSRAM-Papiere zum Handelsschluss im Xetra-Geschäft um 39,64 Prozent auf 31,00 Euro hoch. Damit machten sie einen guten Teil ihrer Verluste im Zuge der Panik über die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise wieder wett. Insgesamt hatten sie seit Februar bis zum gestrigen Krisentief 57 Prozent eingebüßt und damit deutlich mehr als der Durchschnitt der 60 MDAX-Werte. Die Anteile von ams gewannen am Freitag in Zürich zugleich nur 0,15 Prozent auf 9,30 Franken. Sie hatten im selben Zeitraum mehr als 75 Prozent eingebüßt.

"ams versucht eine zuversichtliche Botschaft auszusenden", kommentierte ein Händler mit Blick auf die aktuellen Aussagen. Der österreichische Sensorhersteller hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, trotz des Kursverfalls seiner Aktien an den Übernahme-Plänen festhalten und die Transaktion im zweiten Quartal abschließen zu wollen.

Der Börsianer blieb aber skeptisch: "Die Erinnerung von ams, die angelaufene Kapitalerhöhung sei durch die Banken vollständig garantiert, und die Akquisition durch einen Überbrückungskredit vom Bankenkonsortium finanziert, beantwortet eine zentrale Frage nicht: Haben die Banken eine Rückzugsoption?" Er sieht daher zwar die OSRAM-Aktie momentan gestützt, allerdings gebe es wenig neue Fakten. "Die Übernahme bleibt ein Risiko, und es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass das Geschäft von OSRAM aktuell schwach ist. Etwa 75 Prozent der europäischen Autoherstellung liegt vorübergehend still."

Ein Analyst verwies ebenfalls auf die hohe Abhängigkeit Osrams vom Autosektor, der wegen der Viruskrise stark von Werksschließungen betroffen ist. "Zu 60 bis 70 Prozent ist Osram vom Endmarkt der Autobranche abhängig", hob er hervor. Nach den 2019 mehrfach nach unten revidierten Zielen des Unternehmens sehe es 2020 daher wohl kaum besser aus. "Und ams versucht, dieses problembehaftete Unternehmen zu kaufen", konstatiert er ebenfalls mit Vorbehalten. Dabei verwies er auch darauf, dass die Übernahme zwar seitens der Wettbewerbsbehörden wohl problemlos über die Bühne gehen dürfte. Vom Finanzierungsstandpunkt aus betrachtet, sieht er jedoch Probleme.

"Die Kapitalerhöhung läuft noch bis Ende März. Zugleich fiel die ams-Aktie am Montag zeitweise unter den Preis von 9,20 Franken für die Bezugsrechte der neuen Aktien. Da stellt man sich die Frage, warum Investoren von ams an der Bezugsrechtsemission teilnehmen sollten, wenn sie die Aktien am freien Markt günstiger haben können", sagte der Analyst.

Auch er sieht weiterhin die Gefahr eines Scheiterns. "Gemäß dem Verkaufsprospekt gibt es eine gewisse Flexibilität in der Konsortialvereinbarung. Eine Klausel, wodurch die Banken die Bezugsrechtsemission scheitern lassen könnten." Zwar gebe es dann noch die Möglichkeit einer Brückenfinanzierung für die Übernahme, doch dürfte diese den Verschuldungsgrad von ams deutlich stärker als beabsichtigt steigen lassen."

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[finanzen.net] · 20.03.2020 · 18:22 Uhr
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