Künast kritisiert Klöckners Tierwohl-Pläne

Berlin (dts) - Die tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen, Renate Künast, hat anlässlich der Coronakrise beim Fleischbetrieb Tönnies die Tierwohl-Pläne von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) kritisiert. "Ihre Vorschläge haben nichts Gutes für das Bauerntum. Klöckner ist eine Verteidigerin des alten Systems", sagte Künast im Magazin Cicero.

Schon als Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz habe Klöckner im Grunde immer gesagt, die bisherigen Strukturen seien doch gut. "Aber sie war nie inspiriert", so Künast. Dies sei aber für eine echte Agrarwende ebenso notwendig wie Entschlossenheit. "Wenn man will, dass eine Geschichte anfängt, man dann nur wartet, dass alle Ja sagen, dann hat man den Mechanismus der EU nicht verstanden", sagte Künast. Man müsse selber anfangen, Wege und Methoden vorstellen, die zeigen, dass man damit Geld verdienen, aber gleichzeitig Klima, Arten, Boden und Wasser schützen könne. Deshalb würden die Grünen am Freitag im Bundestag einen eigenen Antrag einbringen, der unter anderem auch ein Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen wie Peta fordert, ein unabhängiges Monitoring zur Überwachung des Tierschutzes und statt eines freiwilligen Tierwohl-Labels ein verpflichtendes Tierschutz-System.
Politik / DEU / Tiere
03.07.2020 · 08:24 Uhr
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