Krypto-Geldwäsche-Netzwerk mit Verbindung zu Ransomware-Gruppen von Behörden zerschlagen

Ein internationales Ermittlerteam hat ein Kryptowährungs-Geldwäsche-Netzwerk namens AudiA6 zerschlagen. Dies teilte das Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis mit. Der Fall zeigt, wie Gelder aus Ransomware-Aktivitäten über ein Netzwerk aus Darknet-Diensten, sogenannten "Mule"-Konten und zentralisierten Börsen bewegt werden können.
In einem Bericht vom 11. Juni erklärte Chainalysis, dass die Operation auf AudiA6 abzielte, das als Plattform für Kryptowährungs-Geldwäsche und als "Mixer-as-a-Service"-Anbieter beschrieben wird. Diese Dienste wurden von Ransomware-Akteuren, Darknet-Märkten und anderen Cyberkriminalitätsdiensten genutzt. Das Netzwerk soll seit 2021 etwa 10.333 Bitcoin verarbeitet haben, was historisch einem Wert von rund $389 Millionen entspricht.
Behörden gehen gegen AudiA6 vor
Laut Chainalysis war die koordinierte Aktion ein gemeinsames Vorgehen mehrerer Behörden, darunter das US-Justizministerium, der US-Geheimdienst, Europol und andere internationale Partner. Zwei mutmaßliche leitende Administratoren wurden in Georgien festgenommen: ein 37-jähriger ukrainischer Staatsbürger und ein 25-jähriger russischer Staatsbürger. Die USA streben ihre Auslieferung an.
Die Ermittler beschlagnahmten auch digitale Infrastrukturen in den USA und Europa. Die Webseiten, die mit AudiA6 und einem verbundenen Darknet-Cybercrime-Forum namens Dark2Web in Verbindung stehen, wurden durch Beschlagnahme-Banner ersetzt, wodurch der Zugang zu Infrastrukturen unterbunden wurde, die kriminellen Akteuren angeblich halfen, illegale Einnahmen zu bewerben, zu koordinieren und auszuzahlen.
Funktionsweise des Netzwerks laut Chainalysis
Chainalysis berichtete, dass AudiA6 mehr als 6.000 KYC-verifizierte "Mule"-Konten nutzte, um Gelder über zentralisierte Kryptowährungsbörsen zu bewegen. In der Praxis bedeutet dies, dass das Netzwerk angeblich legitime Börseninfrastrukturen ausnutzte, indem es illegale Gelder durch Konten leitete, die Identitätsprüfungen bestanden hatten, was die Aktivitäten schwerer von normalen Nutzertransaktionen unterscheidbar machte.
Die Ermittler verfolgten mindestens 393 BTC, die historisch einen Wert von mehr als $19 Millionen hatten, direkt von bekannten Ransomware-Akteuren, Darknet-Märkten und anderen Cyberkriminalitätsdiensten. Chainalysis erklärte auch, dass mehr als $16 Millionen, die speziell mit Ransomware und gestohlenen Geldern in Verbindung stehen, durch das Netzwerk gewaschen wurden.
Der Geldwäschedienst soll eine Provision von 3% bis 10% erhoben haben. Chainalysis erklärte, dass das System verschleierte Gelder innerhalb eines geschätzten Zeitfensters von einer Stunde an die Kunden zurückgeben konnte, was kriminellen Nutzern eine relativ schnelle Möglichkeit bot, Erlöse nach Angriffen zu konvertieren oder zu bewegen.
Der Bericht verknüpfte die Auszahlungsinfrastruktur von AudiA6 mit sanktionierten russischen Börsen, darunter Bitzlato und Garantex, und stellte fest, dass das Netzwerk eine bedeutende Verbindung zu Exploit.in hatte, einem russischsprachigen Cybercrime-Forum, das einen Treuhandservice betreibt. Chainalysis bemerkte auch, dass Europol Domains identifizierte, die angeblich von Administratoren zur Registrierung betrügerischer "Mule"-Konten verwendet wurden, darunter designli.pictures, deliverly.top und inboxly.top.
Bedeutung für die Krypto-Durchsetzung
Für den breiteren Kryptomarkt ist der Fall AudiA6 eine Erinnerung daran, dass der Druck der Strafverfolgung zunehmend auf die Infrastruktur rund um Cyberkriminalität gerichtet ist, nicht nur auf die anfänglichen Diebstähle oder Ransomware-Zahlungen. Ermittler untersuchen, wohin Gelder als nächstes fließen, welche Dienste Auszahlungen erleichtern und wie illegale Akteure versuchen, sich in konforme Plattformen einzufügen.
Diese Unterscheidung ist wichtig. Zentralisierte Börsen und Zahlungssysteme sind nicht unbedingt der Ursprung krimineller Aktivitäten, aber sie können zu attraktiven Zielen für Geldwäsche-Netzwerke werden, wenn "Mule"-Konten und schwache Überwachungspraktiken genug Raum für schlechte Akteure schaffen. Der Bericht von Chainalysis legt nahe, dass AudiA6 stark auf diese Lücke angewiesen war.
Der Fall unterstreicht auch, warum Blockchain-Analysen zu einem zentralen Bestandteil der kryptobezogenen Strafverfolgung geworden sind. Öffentliche Blockchains können Ermittlern eine Transaktionsspur bieten, aber um diese Spur in eine Strafverfolgungsmaßnahme umzuwandeln, ist es oft erforderlich, Wallets, Service-Infrastrukturen, Domains, Auszahlungs-Konten und reale Betreiber miteinander zu verknüpfen.
Für legitime Krypto-Nutzer und Unternehmen ist die Erkenntnis nicht, dass Krypto einzigartig kriminell ist. Vielmehr ist es die gleiche Transparenz, die es ermöglicht, dass Gelder global bewegt werden können, die Ermittlern eine Karte bietet, wenn Geldwäsche-Netzwerke groß genug werden, um Muster zu hinterlassen.
Mit der Zerschlagung von AudiA6 scheint die Strafverfolgung eine klare Botschaft zu senden: Die Dienste, die Ransomware-Gruppen und Darknet-Anbietern helfen, Krypto in nutzbare Gelder umzuwandeln, stehen nun fest im Fokus.

