Krümmel-Betreiber Vattenfall immer mehr unter Druck

14. Juli 2009, 12:17 Uhr · Quelle: dpa
Geesthacht (dpa) - Die Untersuchung der rund 80 000 Brennstäbe im abgeschalteten Atomkraftwerk Krümmel nahe Hamburg geht nach Betreiberangaben zügig voran. «Vermutlich noch in dieser Woche werden wir mit dem Programm fertig sein», sagte eine Sprecherin des Energiekonzerns Vattenfall.

Das Unternehmen will alle Brennstäbe untersuchen. Mindestens einer davon gilt als defekt. Ein Trafo- Kurzschluss hatte Anfang Juli zur Abschaltung des Reaktors geführt. Nach der Panne erhöht nun auch die CDU den politischen Druck auf den Betreiber Vattenfall. «Das Kraftwerk Krümmel kann nur dann weiterlaufen, wenn die sicherheitsrelevanten Voraussetzungen des Atomgesetzes wieder erfüllt sind», sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla am Montag in Berlin.

Während die SPD und ihr Umweltminister Sigmar Gabriel den Meiler im schleswig-holsteinischen Geesthacht 2009 abschalten und die sieben ältesten Kernkraftwerke vorzeitig bis 2012 vom Netz nehmen wollen, hält die Union aber an längeren Laufzeiten «sicherer» Atomkraftwerke fest. Auch die FDP bekräftigte diese Linie. Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt warnte vor einem «Anti-Atom-Wahlkampf».

Anbieter von Ökostrom haben derweil einen deutlichen Kundenzuwachs gemeldet. So berichtete das Hamburger Unternehmen Lichtblick Ende letzter Woche auf Nachfrage von mehr als 500 Vertragsabschlüssen pro Tag. Das sei ein Plus von 200 Kunden verglichen mit der Anmeldezahl vor dem Störfall. Auch der Hamburger Energieversorger Greenpeace Energy bestätigte ein erheblich gestiegenes Kundeninteresse und eine Verdoppelung der Neuanmeldungen.

Am 4. Juli hatte ein Trafo-Kurzschluss sicherheitsgemäß zur Abschaltung des Reaktors geführt. Im Mittelpunkt steht jetzt eine Analyse der rund 80 000 Brennstäbe, von denen seit Tagen mindestens einer als defekt gilt. Laut Vattenfall hat dies scheinbar aber nichts mit der Reaktor-Abschaltung zu tun. Mit der Situation um Krümmel wird sich an diesem Freitag der Kieler Landtag befassen. Die für die Atomaufsicht zuständige Ministerin Gitta Trauernicht (SPD) wird dazu eine Regierungserklärung abgeben.

Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow dementierte einen «Spiegel»-Bericht, wonach vor dem Wiederanfahren des Reaktors Mitte Juni nach zweijährigem Stillstand das Durchspülen von Rohrverbindungen aus Zeitgründen unterblieben sei. Diese Maßnahme dient dazu, den Reaktor vor Fremdkörpern wie Metallspänen zu schützen. «Alle vorgesehenen Reinigungs- und Schutzmaßnahmen wurden auch durchgeführt», sagte Meyer-Bukow der Deutschen Presse-Agentur dpa. Sie bestätigte, dass im Reaktor Metallspäne gefunden wurden. Diese seien so weit wie möglich mit Spezialwerkzeug herausgeholt worden. Eventuell seien aber immer noch welche im Reaktor.

Die CDU übte bei einer Sitzung unter Leitung von Parteichefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel harsche Kritik an Vattenfall. «Insbesondere nach den Vorfällen von vor zwei Jahren hätte man doch erwarten dürfen, dass man daraus die richtigen Lehren zieht», sagte Pofalla. Die Prüfungen - ob Vattenfall die Voraussetzungen erfüllt - müssten zunächst abgewartet werden. Die CDU bestehe aber darauf, dass diese Bedingungen nachhaltig erfüllt werden. «Die Bevölkerung hat einen Anspruch darauf, dass ein Kernkraftwerks-Betreiber zu 100 Prozent verlässlich ist», sagte der CDU-Generalsekretär nach der Sitzung der Parteispitze.

Zuvor hatte Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zur Frage nach einem Festhalten an längeren Atomlaufzeiten erklärt: «Es gibt keinen Anlass zur Korrektur.» Jedoch müsse jedes Kernkraftwerk nach dem Stand von Sicherheit und Technik geprüft werden. «Wir sind das Land mit den höchsten Sicherheitsanforderungen der Welt.» Niedersachsens Regierungschef Christian Wulff (CDU) sagte, wenn es Zweifel gebe an der Sicherheit, werde ein Atomkraftwerk abgeschaltet. Gebe es sie nicht, solle es am Netz bleiben.

Ähnlich äußerte sich FDP-Generalsekretär Dirk Niebel: «Wenn ein Betreiber sein Kernkraftwerk nicht sicher betreiben kann, dann muss ihm die Betriebserlaubnis entzogen werden.» Umweltminister Gabriel (SPD) solle nicht mit den Ängsten der Menschen Wahlkampf betreiben und ein vorzeitiges Abschalten verlangen.

Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt forderte, die Debatte zu versachlichen. «Es geht um sichere, zuverlässige, umweltfreundliche und wirtschaftliche Energieversorgung in der Zukunft», sagte Hundt dem «Hamburger Abendblatt». Aus seiner Sicht besteht bei einem Ausstieg aus der Atomenergie die Gefahr einer Versorgungslücke.

Dies hat Bundesumweltminister Gabriel mehrfach bestritten. Von den 17 noch verbliebenen Atommeilern will er Krümmel statt 2019 bereits 2009 und sieben weitere von 2010 bis 2012 abschalten. Mit den restlichen Strommengen könnten die neueren Anlagen je nach Aufteilung bis 2022 oder maximal bis 2027 arbeiten.

Energie / Atom / CDU
14.07.2009 · 12:17 Uhr
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