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Klimawandel: Der Meeresspiegel steigt deutlich schneller als bisher angenommen wurde

Dass der Meeresspiegel steigt, ist kein Geheimnis. Über die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht, wird allerdings schon länger diskutiert. Wissenschaftler kamen nun zu dem Schluss, dass der Meeresspiegel 2100 doppelt so hoch sein könnte, wie bisher vermutet wurde. Grund hierfür sei der Klimawandel, so die Forscher.

Ozean
Foto: The Atlantic Ocean, Milan Boers, Flickr, CC BY-SA 2.0

Miami unter Wasser

Seit 1993 steigt der Meeresspiegel im weltweiten Mittel etwa drei Millimeter pro Jahr. Auf der Basis von Satellitendaten errechnete ein Team um Steve Nerem von der University of Colorado, dass der jährliche Anstieg 2100 bereits 10 Millimeter betragen könnte. Bisher war angenommen wurde, dass der Meeresspiegel zum Ende des Jahrhunderts etwa 30 Zentimeter höher liegen wird als zur Jahrtausendwende. Sollte sich die Prognose der Forscher bewahrheiten, werden es eher 65 Zentimeter sein. Das Resultat wären weltweit zurückgehende Küstenlinien. Die Fidschi-Inseln würden komplett im Meer versinken, und auch die Millionenstadt Miami an der Ostküste der USA würde es nicht mehr geben. Auch deutsche Inseln wie etwa Sylt wären gefährdet.

Die Forscher verwendeten für ihre Prognose die bisher längste Satellitenmessreihe zur globalen Höhe des Meeresspiegels. Diese begann bereits 1992 mit dem Erdbeobachtungssatelliten „Topex/Poseidon“ und wurde von den drei „Jason“-Satelliten fortgesetzt. Als Einflussfaktoren auf den Meeresspiegel identifzierten die Forscher diverse Klimaphänomen wie etwa den El Niño im Pazifik. Aber auch der Ausbruch des philippinischen Vulkans Pinatubo 1991 spielte eine Rolle. Verantwortlich für den Anstieg ist neben dem Abschmelzen der Eisschilde auch der Umstand, dass das Wasser sich unter der fortschreitenden Erderwärmung ausdehnt.

Das Team errechnete, dass die Zunahme des Meeresspiegels sich pro Jahr um 0,08 Millimeter beschleunigt. Der steigende Meeresspiegel unterliegt also einer exponentiellen Zunahme.

Konservative Schätzungen

Die Forscher betonen, dass sie sehr konservativ an ihre Schätzungen herangegangen seien. „Wir sind bei unseren Prognosen davon ausgegangen, dass die Beschleunigungs-Raten der letzten 25 Jahre auch in Zukunft so bleiben. Angesichts der großen Veränderungen, die wir schon heute an den Eisdecken sehen, ist das aber nicht sehr wahrscheinlich“, so Nemen.

Die Studie wird von anderen Experten als gründlich und sehr glaubhaft bezeichnet. Es seien nicht nur neue Messdaten verwendet worden, sondern diese seien auch sehr gut und gründlich ausgewertet worden. Effekte, die nicht mit dem Klimawandel zu tun haben, wurden aus den Ergebnissen herausgerechnet.

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Umwelt / Klimawandel / Meeresspiegel
[trendsderzukunft.de] · 13.02.2018 · 15:47 Uhr
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