Kindergeld: Sozialverbände unterstützen Forderung nach Erhöhung
Die Forderung von SPD und Grünen, das Kindergeld parallel zum Kinderfreibetrag zu erhöhen, erhält Unterstützung von mehreren Sozialverbänden. Damit positionieren sie sich gegen die FDP und ihren Finanzminister Christian Lindner. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, betonte, dass die Erhöhung des steuerlichen Kinderfreibetrags vor allem Spitzenverdienern zugutekommt, während Familien mit mittlerem und niedrigem Einkommen leer ausgehen. Daher forderte Schneider eine Erhöhung des Kindergeldes auf 300 Euro in einem ersten Schritt und perspektivisch auf 377 Euro.
Auch Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, warnte vor einer separaten Erhöhung des Kinderfreibetrags. Dies würde die Schere zwischen Arm und Reich weiter vergrößern, da vor allem Eltern mit hohem Einkommen von den Freibeträgen profitieren. Bentele forderte deshalb, dass das Kindergeld ebenfalls angehoben werden müsse. Daniel Grein, Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, stimmte dem zu und betonte, dass es eine Kindergrundsicherung brauche, um das Nebeneinander von Kinderfreibetrag, Kindergeld und Sozialleistungsbezug aufzulösen.
Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), verlangte ebenfalls eine Anpassung von Kindergeld und Kinderfreibetrag, um jedem Kind den gleichen Wert zuzuschreiben. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hingegen plant lediglich eine Anhebung des Kinderfreibetrags, ohne das Kindergeld zu erhöhen. Die SPD hält dies für ungerecht, da nur Familien mit hohen Einkommen entlastet würden. Familien mit niedrigeren Einkommen sind dagegen auf das Kindergeld angewiesen und profitieren nicht vom Kinderfreibetrag. Die FDP argumentiert, dass das Kindergeld bereits im Jahr 2023 auf 250 Euro erhöht wurde und mit einer Erhöhung des Kinderfreibetrags steuerlich nachgezogen werden solle.
Michael Schrodi, finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, schlägt vor, Steuerentlastungen für Spitzenverdiener teilweise zurückzunehmen, um mit den Mehreinnahmen gleichzeitig das Kindergeld erhöhen zu können. Schrodi verwies auf eine Bundesratsinitiative des Landes Hamburg, die eine Rücknahme des Inflationsausgleichs bei höheren Einkommen vorsieht. Er bezeichnete diesen Vorschlag als stimmig und nachvollziehbar. (eulerpool-AFX)

