KI-Rechenzentren treiben Infineon zurück auf Wachstumskurs
Im Zentrum steht das Geschäft mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren – ein Markt, der gerade explodiert. Infineon rechnet hier mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro, rund eine halbe Milliarde mehr als bislang prognostiziert. Vorstandschef Jochen Hanebeck sieht enormes Potenzial: „Bis Ende des Jahrzehnts wird der für uns relevante Markt zwischen acht und zwölf Milliarden Euro groß sein.“
KI-Boom als Hoffnungsträger
Der Umsatz mit KI-Rechenzentren belief sich zuletzt auf 600 Millionen Euro – Tendenz steil steigend. Der KI-Hype ist damit der wichtigste Wachstumstreiber des größten europäischen Chipherstellers. Hanebeck will die Position in diesem Segment deutlich ausbauen, auch durch gezielte Investitionen in Hochleistungskomponenten für energieeffiziente Serverstrukturen.
Schwäche in den Kerngeschäften
In den traditionellen Bereichen läuft es dagegen weniger rund. Nach einem Umsatzrückgang auf 14,6 Milliarden Euro sank der Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr um ein Fünftel auf etwa eine Milliarde Euro. Die operative Marge schrumpfte von 20,8 auf 17,5 Prozent. Ein kräftiger Aufschwung ist laut Management auch 2025 nicht zu erwarten: „In Automobil-, Industrie- und verbrauchernahen Märkten sind die Wachstumsimpulse noch verhalten“, so Hanebeck.
Analysten bleiben optimistisch – Börse zögert
Trotz der durchwachsenen Bilanz sehen Analysten langfristig Chancen. Experten von Jefferies verweisen auf starke Aufträge in China – unter anderem von BYD und Xiaomi. Wachstumsfelder seien Elektromobilität, softwaredefinierte Fahrzeuge, erneuerbare Energien und KI-Infrastruktur.
Die Börse zeigt sich jedoch zurückhaltend: Seit Jahresbeginn stieg die Infineon-Aktie um rund zehn Prozent – deutlich weniger als der Dax mit 26 Prozent oder der US-Halbleiterindex mit über 40 Prozent. Hauptgrund bleibt die Schwäche im Autogeschäft, das weiterhin die Hälfte des Konzernumsatzes ausmacht und auch im neuen Jahr langsamer wachsen dürfte.
Trotzdem deutet sich an: Infineon hat mit der KI den Nerv der Zeit getroffen – und vielleicht auch den Weg aus der eigenen Talsohle gefunden.


