Kampf um Fraktionsspitze: Gr�ne demonstrieren Normalit�t
Berlin (dpa) - Nach der Kandidatur von Ex-Parteichef Cem �zdemir und Kirsten Kappert-Gonther f�r die Spitze der Gr�nen im Bundestag demonstrieren Partei und Fraktion Normalit�t.
Amtsinhaberin Katrin G�ring-Eckardt verteidigte vor einer Sitzung der Fraktion ihren F�hrungsanspruch mit Co-Fraktionschef Anton Hofreiter, begr��te die Herausforderer aber auch freundlich. F�r die Parteispitze warb Bundesgesch�ftsf�hrer Michael Kellner f�r einen fairen Wettbewerb vor der Wahl am 24. September. �Es ist in unserer Partei ja eine gepflegte und durchaus demokratische Normalit�t, dass es mehrere Kandidaturen gibt�, sagte er vor einer Sitzung des Bundesvorstands.
G�ring-Eckardt hatte nach eigenen Worten nicht mit der Konkurrenz um den Fraktionsvorsitz gerechnet: �Ich war �berrascht, ich habe am Samstag wie alle anderen davon erfahren, dass es diese Kandidatur gibt.� Dass es einen Wettbewerb gebe, sei gut. Sie bekr�ftigte ihr Ziel, gemeinsam mit Hofreiter weiter die 67-k�pfige Gruppe der Abgeordneten zu f�hren. Sie verst�nden die Fraktion als die Institution, die die inhaltliche Arbeit f�r die Partei und mit der Partei voranbringen m�sse, f�hrten �aus der Mitte heraus� und st�nden f�r Zusammenhalt und gemeinsame Schlagkraft. �Das soll auch so bleiben.� In dieser Woche werde gemeinsam gekl�rt, wie das Wahlverfahren laufen solle, sagte G�ring-Eckardt.
�zdemir und Kappert-Gonther hatten am Wochenende in ihrem Bewerbungsschreiben ausdr�cklich klar gemacht, dass sie im Team antreten. Die Gesch�ftsordnung der Fraktion sieht geheime Wahlen von Einzelpersonen vor, ein Platz muss an eine Frau gehen.
In der Fraktion gibt es immer wieder Kritik am F�hrungsduo Hofreiter und G�ring-Eckardt. Bis zum Samstag hatte aber niemand erkl�rt, gegen sie antreten zu wollen. Kellner sagte, bei der Klausur der Bundestags-Gr�nen in Weimar vergangene Woche habe er �eine Bundestagsfraktion erlebt, die intern sehr, sehr gut zusammenarbeitet, wo auch eine gute Stimmung war.� Die Gr�nen seien inhaltlich �sehr gut sortiert�.
Die fr�here Gr�nen-Chefin Simone Peter, die gemeinsam mit �zdemir bis Anfang 2018 die Partei gef�hrt hatte, �u�erte sich kritisch. �Grunds�tzlich sind Kampfkandidaturen nichts Ungew�hnliches�, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. �Aber Zeitpunkt und Art und Weise �berraschen doch.� Die Partei habe den F�hrungswechsel im vergangenen Jahr gut hinbekommen. �Das sollte m�glichst einvernehmlich und nicht als �berraschungscoup auch in der Fraktion so organisiert werden�, sagte sie. Die Gr�nen w�rden derzeit �mit aller Kraft f�r dr�ngende Fragen wie den Klimaschutz gebraucht.�
Die Abgeordnete Manuela Rottmann aus dem bayerischen Landesverband sprach dagegen von einer �Chance f�r die Fraktion�. In der Mitte zwischen den Bundestagswahlen, �mit vielen Erfolgen f�r die Gr�nen im R�cken�, sei der richtige Zeitpunkt, um den Kurs zu �berpr�fen, sagte sie dem RND. Die Gr�nen m�ssten anschlussf�hig an m�glichst viele unterschiedliche Milieus sein. �Daf�r steht Cem �zdemir.�

