„Kältester Krypto-Winter aller Zeiten“: Bloomberg-Experte Weisenthal nennt 12 Gründe

Joe Weisenthal von Bloomberg hat seine Argumentation erneuert und erweitert, dass sich der Kryptomarkt in einem „kältesten Krypto-Winter aller Zeiten“ befindet. Er führt eine 12-Punkte-Liste an, die über die reine Kursentwicklung hinausgeht und Marktpsychologie, Kapitalrotation, Regulierung, KI und Quantencomputing umfasst.
Kryptos Problem ist nicht mehr nur Krypto
Weisenthal argumentiert, dass die Schwäche des Kryptomarktes in einer Zeit auftritt, in der andere spekulative Marktsegmente außergewöhnlich gut abschneiden. Diese Diskrepanz ist bedeutsam. Ein Bärenmarkt ist eine Sache, wenn Risikoanlagen allgemein unter Druck stehen; eine andere, wenn Anleger sehen, wie benachbarte Märkte stark ansteigen.
Ein im Newsletter zitiertes Diagramm zeigt, dass der Goldman Sachs Non-Profitable Tech Basket wieder stark ansteigt. Kevin Gordon, Leiter der Makroforschung und Strategie am Schwab Center for Financial Research, bemerkte, dass der Basket „wieder durch die Decke geht“, ähnlich wie beim Boom 2021. Ein weiteres Diagramm hebt den Goldman Sachs US Quantum Computing Basket hervor, der nach einer dramatischen Rallye ebenfalls deutlich gestiegen ist.
Für Weisenthal macht dies die Malaise im Kryptobereich noch schmerzhafter. „Erstens verdienen andere Leute SO VIEL GELD“, schrieb er und verwies auf Nasdaq-gelistete Unternehmen und andere Aktien, die in den letzten Monaten stark gestiegen sind. Er nannte speziell SK Hynix mit einem Anstieg von über 250 % seit Jahresbeginn und Micron mit über 260 %, was das Gefühl verstärkt, dass Krypto-Anleger die Hauptbewegungen des Marktes verpassen.
Die ursprüngliche 10-Punkte-Argumentation
Weisenthals Argumentation aus dem Februar, zusammengefasst im Newsletter, besagt, dass der Rückgang in einer Zeit steigender Besorgnis über den Dollar stattfindet, was eine der traditionellen makroökonomischen Erzählungen von Krypto entfernt. Er argumentierte auch, dass Krypto nicht mehr plausibel auf die Idee setzen kann, dass es „noch früh“ sei, während „Krypto-Twitter tot ist“ und die institutionelle Adoption bereits stattgefunden hat, was die Erwartung einer zukünftigen Adoptionswelle reduziert.
Das regulatorische Umfeld ist seiner Ansicht nach ebenfalls kein offensichtlicher zukünftiger Rückenwind mehr. Er schrieb, dass das Umfeld bereits „so günstig wie möglich“ sei, was impliziert, dass Marktteilnehmer weniger Raum haben, um auf eine große, politikgetriebene Erleichterung zu setzen.
Ein weiterer Faktor ist die Konkurrenz um Aufmerksamkeit und Ressourcen durch künstliche Intelligenz. Weisenthal sagte, der KI-Boom verdränge den Zugang zu Elektrizität, was direkt für Miner von Bedeutung sei, während er auch „den gesamten mentalen Marktanteil“ einnehme. In seiner Darstellung sieht Krypto nicht mehr wie der offensichtliche Grenzhandel für technologieorientierte Investoren aus.
Die Liste umfasst auch dunklere rufschädigende und strukturelle Bedenken. Weisenthal schrieb, dass Krypto „Epstein-adjacent“ sei, indem es in den Epstein-Akten auftauche, und verwies auf wachsende Besorgnis über Quantencomputing und dessen potenzielle Auswirkungen auf das Sicherheitsmodell von Bitcoin.
Er hob auch digitale Vermögensverwaltungsunternehmen hervor, einschließlich Strategy, und argumentierte, dass Unternehmen, die zuvor Bitcoin akkumuliert hatten, nun zu Verkäufern statt Käufern werden. Er bemerkte, dass Strategy 32 Bitcoins verkauft habe, ein symbolischer Rückschritt für ein Unternehmen, das lange mit der Unternehmens-Bitcoin-Akkumulation in Verbindung gebracht wurde.
FOMO ohne Krypto
Die beiden neuen Punkte vertiefen das gleiche Thema: Krypto ist nicht nur im Rückgang, es wird ausgeschlossen. Weisenthal schrieb, dass er noch einen Monat zuvor gesagt hätte, einzelne Aktien liefen einfach ohne eine breitere spekulative Manie. Jetzt, sagte er, sehe der Markt „immer mehr wie eine echte FOMO-Alles-Rallye“ aus.
Das ist die schärfere Behauptung. Wenn KI, Quantencomputing und spekulative Technologie boomen, während Krypto eingefroren bleibt, dann liegt das Problem von Krypto nicht nur in Liquidität, Regulierung oder Preisdynamik. Es ist die Relevanz. Für einen Sektor, der teilweise darauf aufgebaut ist, der höchste Ausdruck technologischen Wandels und monetären Skeptizismus zu sein, könnte der Verlust des Aufmerksamkeitsmarktes das unangenehmste Winterzeichen von allen sein.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung betrug die gesamte Marktkapitalisierung von Kryptowährungen $2,3 Billionen.

