JPMorgan: Aktien stehen trotz der inversen Zinskurve neue Höchststände bevor

• Sorge vor Rezession wegen inverser Zinskurve
• Die Hausse ist noch nicht am Ende
• JPMorgan-Analyst: Neue Höchstsände bis zum Sommer 2020

Nachdem die wichtige Renditekurve der zweijährigen US-Staatsanleihe die der zehnjährigen US-Staatsanleihe vergangene Woche kurzzeitig übertroffen hat, gingen die Kurse der großen Aktienindizes schlagartig auf Tauchstadion.

Die Angst vor der inversen Zinskurve

Diese Konstellation, welche auch als inverse Zinskurve beschrieben wird, tritt immer dann auf, wenn langfristige Anlagen weniger Zinsertrag abliefern als kurzfristige Anlagen, wie zum Beispiel US-Staatsanleihen. Da sich diese besorgniserregende Formation zuletzt im Jahr 2007 herausgebildet hat, ist die Angst der Marktteilnehmer vor einem wirtschaftlichen Abschwung nun besonders ausgeprägt.

JPMorgan: Kein Grund zur Panik!

Laut dem JPMorgan-Strategen Mislav Matejka dürfte der jüngste Kursrücksetzer jedoch nur von kurzer Dauer sein. Matejka geht fest davon aus, dass die US-Aktien bereits Anfang September wieder erheblich steigen werden, da die Impulse der großen Zentralbanken die Befürchtungen eines Abschwungs abwehren werden.

Selbst wenn sich der bekannte Vorbote der Rezession, eine inverse Zinskurve, als richtig erweisen sollte, hätten Anleger nach der Ansicht der Investmentbank noch genügend Zeit, um vor dem Stimmungsabschwung noch weitere Gewinne zu erzielen, da die inverse Zinskurve, so wie die Historie zeigt, einem wirtschaftlichen Abschwung durchschnittlich 17 Monate zuvorkommt. Laut den Experten lag die Rendite bei Aktien im Zeitraum von 12 Monaten nach der Herausbildung einer inversen Zinskurve sogar bei durchschnittlich zehn Prozent.

Neue Höchststände im Sommer 2020….

"Wir gehen weiterhin davon aus, dass Aktien nach der Korrektur im August in der ersten Jahreshälfte im nächsten Jahr neue Höchststände erreichen werden. […] Dabei erhöht diese Entwicklung die Chance auf einen möglichen Höhepunkt des Marktes für diesen Zyklus im Sommer 2020", so der JPMorgan-Stratege Marejka in Bezug auf den gegenwärtigen Rücksetzer an den US-Börsen.

… oder der sichere Weg in die Rezession

Außerdem weist der Experte darauf hin, dass die Umkehrung der Kurve in der Vergangenheit ein Zeichen dafür war, dass die realen Leitzinsen zu hoch waren und dass sich der Arbeitsmarkt sowie die Kreditvergabebedingungen verschlechtert haben. Die derzeitige Situation ist nach der Meinung der Analysten jedoch eine ganz andere.

"Die Umkehrung der Kurve könnte derzeit eher ein Indikator für extreme Marktnervosität sein, für zunehmende Maßnahmen der Zentralbank, für verzerrte Anleihebesitzverhältnisse und für die weltweite Suche nach Rendite, oder ein sicheres Zeichen dafür, dass die USA in eine Rezession geraten werden", so Marejka weiter.

Ist dieses Mal alles anders?

Dass der Spruch "Dieses Mal ist alles anders" an der Börse sehr teuer werden kann, wissen möglicherweise nur Investoren, die schon in der Vergangenheit bei einer vermeintlich unendlichen Hausse, die plötzlich und unerwartet in einem Crash endete, viel Geld verloren haben. Long-only Investoren kann es somit jetzt sicherlich nicht schaden, aufgrund der makroökonomischen Entwicklungen die persönliche Cash-Quote neu zu überdenken.

Pierre Bonnet / finanzen.net

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[finanzen.net] · 21.08.2019 · 17:05 Uhr
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