Jim Cramer will Abbruch des WeWork-IPO: Ansteckungsgefahr für den gesamten Markt befürchtet

• IPO von WeWork steht unter keinem guten Stern
• Konzern reagiert mit Verschiebung der Börsenpläne
• Jim Cramer fürchtet Ansteckungsgefahr für den gesamten Markt

47 Milliarden Dollar an Unternehmensbewertung: Mit diesem ambitionierten Ziel hatte der Büroraumanbieter WeWork die Börsenpläne seiner Mutter We Company öffentlich gemacht. Doch Investoren haben bei dem kolpotierten Aktienpreis bereits im Vorfeld reihenweise abgewunken. Vom ehemals zweitgrößten Börsengang des Jahres hinter dem Fahrdienstleister Uber blieb wenige Tage vor dem IPO noch eine geschätzte Unternehmensbewertung von rund zehn Milliarden Dollar übrig - damit würde der Börsengang deutlich weniger Geld in die leeren Konzernkassen spülen, als von der Führungsebene und Investoren erhofft.

IPO verschoben - Probleme auch?

We Company hat auf die schwache Marktstimmung, die dem Konzern im Vorfeld des IPO entgegenschlug, inzwischen reagiert und wird sein Debüt am Finanzmarkt nicht wie geplant in der kommenden Woche feiern. Man erwarte, den Börsengang bis Ende des Jahres vollzogen zu haben, hieß es von Seiten der WeWork-Mutter am Dienstag.

Vor Oktober ist nun offenbar nicht mit einem Börsengang zu rechnen - doch CNBC-Moderator Jim Cramer würde es am liebsten sehen, wenn WeWork seine Börsenpläne gar nicht weiter verfolgt.

In der Fernsehsendung "Squawk Box" forderte er, den "WeWork-Deal zu stoppen". Keiner wolle diesen Deal, er wünsche sich, sie würden "einfach abhauen". Der ehemalige Hedgefonds-Manager fürchtet, dass ein Börsengang von WeWork den kompletten Markt belasten könnte: "Ich will WeWork nicht um jeden Preis. Es gibt bestimmte Deals, die jedem Markt die Luft rauben können".

Dabei stellt Cramer das gesamte Geschäftsmodell in Frage: "Warum können sie nicht einfach sagen: ‚Hey, wir sind schrecklich und werden warten, bis wir wieder gut sind‘, sagte Cramer. "Wir wollen ihnen kein Geld geben. Sie werden den Markt nur vermasseln."

Kann der Börsentraum noch platzen?

Doch vor dem Hintergrund des Geschäftsmodells von WeWork stellt sich die Frage, ob es sich der Konzern überhaupt leisten kann, nicht an die Börse zu gehen, auch wenn man nicht einmal den Bruchteil der erhofften Bewertung erzielen kann. Denn die ambitionierten Wachstumspläne sind teuer und frisches Geld wird dringend benötigt. Wird der Börsengang gecancelt, bleibt nur die Suche nach neuen Investoren oder die Bereitschaft bestehender Anteilseigner, mehr Geld in WeWork zu pumpen. Erster Ansprechpartner für den Büroraumdienstleister dürfte dabei der Softbank-Konzern sein, der rund 29 Prozent an WeWork halten soll. Die Japaner waren es auch, die Druck auf das WeWork-Management gemacht haben, um eine Verschiebung der IPO-Pläne zu erwirken. Denn 2019 hat bereits ein anderes Milliardeninvestment von Softbank deutlich underperformt: Der Fahrdienstleister Uber. Offen bleibt nun, was die Japaner für die bessere Lösung halten: Mehr Geld in WeWork zu pumpen oder das Risiko einzugehen, die eigene Investition an der Börse abrauschen zu sehen.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 18.09.2019 · 17:06 Uhr
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