J&J-Aktie fester: Umsatz und Gewinn über den Erwartungen - EMA gibt gibt grünes Licht für Corona-Impfstoff

Johnson & Johnson verwies auf die Stärke in seinem Pharmageschäft und die anhaltende Erholung bei medizinischen Geräten. Der Konzern hob seine Quartalsdividende an und grenzte den Gewinnausblick für das laufende Jahr ein.

Im Auftaktquartal stieg der Nettogewinn auf 6,20 Milliarden US-Dollar oder 2,32 Dollar je Aktie, nach 5,80 Milliarden oder 2,17 Dollar je Anteil im Vorjahresquartal. Bereinigt um Sondereffekte legte das Ergebnis je Aktie um 12,6 Prozent auf 2,59 Dollar zu und lag damit deutlich über dem Konsens der von Factset befragten Analysten von 2,34 Dollar. Der Umsatz wuchs um 7,9 Prozent auf 22,32 Milliarden Dollar und übertraf damit den Factset-Konsens von 21,98 Milliarden Dollar.

Der Umsatz mit Pharmazeutika stieg um 9,6 Prozent auf 12,20 Milliarden Dollar, während die Erlöse mit medizinischen Geräten um 10,9 Prozent auf 6,58 Milliarden Dollar zunahmen. Hier hatten die Marktbeobachter nur mit 12,11 Milliarden bzw. 6,21 Milliarden Dollar gerechnet. Mit dem COVID-19-Impfstoff setzt J&J 100 Millionen Dollar um.

Für 2021 erwartet der Konzern nun einen bereinigten Gewinn je Aktie in der Spanne von 9,42 bis 9,57 Dollar statt 9,40 bis 9,60 Dollar.

Unabhängig davon hob J&J die Quartalsdividende um 5 Prozent auf 1,01 Dollar pro Aktie an. Die neue Dividende wird am 8. Juni an die am 25. Mai eingetragenen Aktionäre ausgezahlt wird. Die Aktie hat im bisherigen Jahresverlauf bis Montag um 3,4 Prozent zugelegt, während der Dow Jones Industrial Average um 11,3 Prozent gestiegen ist.

EU-Behörde gibt grünes Licht für Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

Nach der Prüfung sehr seltener Fälle von Hirnvenenthrombosen hat die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) grünes Licht gegeben für den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson. Allerdings könne der Wirkstoff tatsächlich in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Experten hatten das Präparat nach acht Fällen von Blutgerinnseln nach einer Impfung in den USA erneut geprüft.

Die EMA hält daran fest, dass die Vorzüge des Impfstoffs, COVID-19 zu verhindern, höher zu bewerten seien als die Risiken von Nebenwirkungen. Doch die Möglichkeit von Blutgerinnseln bei einer zugleich sehr niedrigen Zahl von Blutplättchen werde nun als seltene Nebenwirkung registriert. In den meisten Fällen ging es nach Angaben der Experten um Frauen unter 60 Jahre. Die Thrombosen vorwiegend in den Hirnvenen waren innerhalb von drei Wochen nach der Impfung aufgetreten.

Vor einer Woche hatten die USA die Nutzung des Präparats vorübergehend ausgesetzt. Acht Fälle von Thrombosen waren aufgetreten nach etwa sieben Millionen Impfungen mit dem Johnson & Johnson-Präparat in den USA. In der EU war die Lieferung des Impfstoffs erst in der vergangenen Woche angelaufen. Zahlreiche EU-Staaten folgten der Empfehlung des Herstellers, vor der Nutzung zunächst das Gutachten der Experten abzuwarten.

Der Impfstoff wurde von der niederländischen Johnson-Tochter Janssen entwickelt. Der Impfstoff ist handlich, wirksam, und nur eine Dosis ist nötig. Die EU-Kommission hat bereits Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten.

Es ist bereits das zweite Mal, dass die EMA nach der Zulassung einen Corona-Impfstoff erneut prüft. Auch bei dem Wirkstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca hatte es Hirnvenenthrombosen gegeben, vor allem bei jüngeren Frauen. Die Fälle bei dem Johnson-Präparat seien denen bei dem COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca sehr ähnlich, stellten nun auch die Experten fest.

Auch im Fall des AstraZeneca-Präparates hatte die EMA an ihrer Bewertung festgehalten, dass der Impfstoff sicher sei. Die Blutgerinnsel waren bei etwa einer Person von 100 000 aufgetreten. Doch einige Staaten entschieden sich dafür, nur noch Personen über 60 Jahre mit AstraZeneca zu impfen.

Die Johnson & Johnson-Aktie gewann an der NYSE 2,32Prozent auf 166,47 US-Dollar.

NEW YORK (Dow Jones) / (dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 20.04.2021 · 22:14 Uhr
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