Israel weist südafrikanische Klage vor dem Internationalen Gerichtshof ab
Benjamin Netanjahu, der Ministerpräsident Israels, hat die Klage Südafrikas vor dem Internationalen Gerichtshof als unbegründet bezeichnet. In einer Videobotschaft äußerte Netanjahu seine Verwunderung über die Anschuldigung des Völkermords, die Israel zurzeit bekämpfen würde.
Die Anhörung in Den Haag fand nur wenige Stunden vor Netanjahus Statement statt. Die südafrikanischen Rechtsvertreter warfen Israel vor, absichtliche und systematische Gewalt im Gazastreifen gegen die Hamas anzuwenden und dadurch einen Genozid zu begehen. Zudem bezogen sie sich auf Äußerungen israelischer Politiker und Militärs, die diese angebliche Absicht belegen sollten. Die israelischen Rechtsvertreter werden voraussichtlich am Freitag zu den Vorwürfen Stellung nehmen.
Netanjahu kommentierte die Argumentation Südafrikas als "Chuzpe", was so viel wie Unverschämtheit bedeutet. Er betonte, dass eine Terrororganisation das jüdische Volk angegriffen habe und nun jemand auftritt, um diese Taten im Namen des Holocausts zu verteidigen. Der Ministerpräsident bezog sich dabei auf das Massaker, das Islamistengruppen, darunter auch die Hamas, am 7. Oktober letzten Jahres in Südisrael verübt hatten. Bei diesem Angriff wurden 1200 Menschen getötet und 250 weitere verschleppt. Israels Militär reagierte mit umfangreichen Luftangriffen und einer Bodenoffensive.
Aufgrund der hohen Zahl an zivilen Opfern und der katastrophalen humanitären Lage im Gazastreifen gerät Israel international stark unter Druck. Die Vorwürfe Südafrikas tragen zu dieser Situation bei.
Der Streit zwischen Südafrika und Israel wird nun vor dem Internationalen Gerichtshof ausgetragen und wird weiterhin für Diskussionen sorgen. (eulerpool-AFX)

