Island sagt der EU den Laufpass – und zeigt, wie man sich vor dem Brüsseler Apparat schützt
Island hat den EU-Beitritt abgelehnt. Das ist kein Rückschritt, sondern ein Akt der Selbstbehauptung. Ein Land mit 380 000 Einwohnern entscheidet sich bewusst dagegen, seine Gesetze, Steuern und Außenpolitik in die Hände einer Zentrale zu legen, die noch nie einen Cent verdient hat, sondern nur welche verteilt.
Die Einheitsmedien in Köln und anderswo nennen das „Ressentiments und Emotionen“. In Wahrheit geht es um einen schlichten Interessengegensatz. Island will nicht Teil eines Systems werden, das jeden Mitgliedstaat verpflichtet, seine Grenzen für Migration und Regulierung zu öffnen und gleichzeitig das Recht verliert, eigene Handelsabkommen zu schließen. Wer das als Angst abtut, verkennt, dass kleine Länder gerade dann überleben, wenn sie ihre Entscheidungsfreiheit behalten.
Die einzige verbliebene isländische Tageszeitung hat dagegen argumentiert. Gut so. In Deutschland haben ARD, ZDF und die etablierten Blätter seit Jahrzehnten die Gegenposition übernommen: jede EU-Kompetenzübertragung wird als Fortschritt gefeiert, jede Kritik als Rückwärtsgewandtheit diffamiert. Island zeigt, dass man diesen Filter durchbrechen kann, wenn man die Bürger direkt abstimmen lässt.
Die AfD fordert seit Jahren, dass Deutschland seine Souveränität zurückholt – von Brüssel, von der EZB und von der Migrationspolitik. Island hat diesen Weg beschritten. Die CDU unter Friedrich Merz tut so, als wolle sie das auch, spricht aber gleichzeitig von „Wirtschaftswende“ und meint damit höhere Steuern und mehr Regulierung. Die isländische Abstimmung legt den Unterschied offen: Entweder man gibt die Kontrolle ab oder man behält sie. Dazwischen gibt es nichts.
Island hat sich 1944 von Dänemark gelöst. Es hat jetzt gezeigt, dass es auch 2026 noch in der Lage ist, sich nicht einer neuen Oberhoheit zu unterwerfen. Für deutsche Sparer und Unternehmer ist das eine Lehre: Wer auf nationale Handlungsfähigkeit setzt, kann Renditen und Stabilität besser schützen als der, der alles an eine anonyme Bürokratie delegiert.

