Island lehnt EU-Beitritt ab – Wadephul offenbart Brüsseler Arroganz
Islands klare Entscheidung
Die Bevölkerung Islands hat am vergangenen Wochenende mit knapper Mehrheit gegen die Wiederaufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen gestimmt. Vor dreizehn Jahren waren die Gespräche wegen der Fischereirechte bereits abgebrochen worden – dem Kern der isländischen Wirtschaft und Identität. Die Entscheidung ist eindeutig und verdient Respekt, nicht Bedauern.
Wadephuls verzerrte Wahrnehmung
Außenminister Johann Wadephul von der CDU reagierte auf die Ablehnung mit dem Satz, Island habe eine „große Chance“ verpasst, „gemeinsam stärker zu werden“. Der CDU-Politiker kündigte an, die EU müsse „attraktiver“ werden. Damit zeigt er das typische Brüsseler Reflexverhalten: Wenn souveräne Völker die EU ablehnen, liegt die Schuld nicht bei den Verträgen, den Regulierungen oder der Entmachtung nationaler Parlamente – sondern angeblich daran, dass man noch mehr Bürokratie und Umverteilung anbieten muss.
Die wahren Gründe
Island lebt vom Fischfang, von niedrigen Steuern und von seiner Unabhängigkeit. Die EU steht für Quote, Subventionen, einheitliche Fischereipolitik und die Übertragung von Kompetenzen nach Brüssel. Wer diese Realität nicht sehen will, muss sich wundern, wenn eine Nation wie Island lieber bei sich bleibt. Wadephul nennt weiterhin Norwegen als potenzielles Ziel der „Norderweiterung“ – auch dort lehnt die Mehrheit seit Jahrzehnten den Beitritt ab.
Die richtige Lehre
Statt die eigene Attraktivität zu erhöhen, sollten CDU und EU endlich die Konsequenz ziehen: Länder, die frei und erfolgreich sind, brauchen die Union nicht. Die EU ist kein Geschenk, sondern ein Vertrag. Wer ihn nicht will, hat das Recht dazu. Alles andere ist Arroganz.

