Investiert sein oder nicht investiert sein - das ist hier die Frage

Und es gibt eine klare Antwort: Langfristig sollten Sie in guten Unternehmen investiert sein, denn die Weltwirtschaft wächst weiter. Wichtiger noch: Wenn Sie die besten Tage der letzten Jahre verpassten, dann haben Sie einem Grossteil der positiven Marktentwicklung von der Seitenlinie aus beobachten können.

Die langfristigen Ziele im Blick halten

Wer das Kartenspiel Kuhhandel nicht kennt, sollte es sich ansehen. Der Name des Spiels kommt von den Tierkarten und ist dem Aspekt geschuldet, dass zwischen den Akteuren wie auf einem Markt gehandelt wird. Dabei ist jeder Spieler abwechselnd die «Bank» und versteigert eine Tierkarte. Dabei kann er die Karte gegen den Erhalt von Geld abgeben oder er kauft sie selbst. So findet sich jeweils ein Marktgleichgewicht zwischen Käufer und Verkäufer.

Speziell ist nun, dass ab und an neues Geld ins Spiel kommt - nämlich dann, wenn die gezogene Tierkarte ein Goldesel ist. Beim Kuhhandel freut man sich jeweils über das zusätzliche Geld, denn es bietet Handlungsspielraum. Gleichzeitig erhöht es aber auch die Preise.

In der Finanzwelt kennen wir diesen Effekt unter dem Namen Inflation und in der realen Welt spielen die Zentralbanken den Goldesel. Um bei Kuhhandel zu gewinnen braucht es vor allem Verhandlungsgeschick und etwas Glück. Jedoch vor allem ein Portefeuille von möglichst werthaltigen Tierkarten. Das Geld auf der Hand trägt am Ende nichts zur Ermittlung des Siegers bei.

Die Analogien für den Kapitalmarkt könnten nicht treffender sein. Auf die lange Sicht wird die heute so geschätzte Liquidität durch die im System immanente Inflation aufgefressen. Es gilt also langfristig produktive Vermögenswerte zu besitzen. So sind die täglich auf einen einprasselnden Nachrichten und Tweets nichts anderes als Ablenkung vom grossen Ziel des Kapitalerhalts und der Kapitalakkumulation durch Teilhabe an produktiven Vermögenswerten. Es gilt die langfristigen Ziele im Blick zu halten.

In diesem Zusammenhang hat uns Charles Gave - Gründer von Gavekal Research - auf ein Zitat von Konfuzius (551 v. Chr. bis 479 v. Chr.) aufmerksam gemacht: "A wise man points at the moon and the idiot looks at the finger"

Fazit: Die zwischenzeitliche Volatilität auszuhalten ist herausfordernd, wie es das Marktgeschehen im 4. Quartal 2018 gegenüber dem 1. Quartal 2019 veranschaulichte. In der jetzigen Phase eine gewisse Zurückhaltung zu pflegen, scheint gleichfalls nicht unüberlegt. Übergreifend gilt es das Komfortlevel in der Vermögensallokation als Ergebnis einer partnerschaftlichen Kommunikation zwischen Vermögensinhaber und seinem Vermögensverwalter zu bestimmen.

von Dr. Patrick Cettier, Geschäftsführender Partner der Prio Partners GmbH in Zürich/ Schweiz

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[finanzen.net] · 12.06.2019 · 10:18 Uhr
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