In diesem Bieterkampf zog Warren Buffetts Berkshire Hathaway den Kürzeren

• Buffett zeigt Interesse für US-IT-Konzern
• Apollo Global Management bessert Angebot nach
• Warum Buffett diesen Deal verpasst?

Tech Data, Großhändler für IT-Produkte, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation, soll von der Beteiligungsgesellschaft Apollo Global Management aufgekauft werden. Doch dieser Deal kam erst zustande, nachdem ein anderes Unternehmen Apollos Angebot überbot und Apollo somit noch einmal nachziehen musste um das Gebot der Konkurrenz zu übertrumpfen.

Apollo sticht Berkshire Hathaway aus

Apollo Global Management bot dem IT-Konzern Tech Data zunächst 130 US-Dollar pro Aktie, was insgesamt 4,77 Milliarden für das Unternehmen bedeutet hätte. Doch dann überbot ein unbekannter Bewerber das Angebot der Beteiligungsgesellschaft. Daraufhin erhöhte Apollo sein Angebot auf 145 US-Dollar je Aktie, womit Tech Data, ausgenommen der Schulden, mit rund 5,14 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Dieses neue, bessere Angebot nahm Tech Data letztlich auch an.

Nun berichtet CNBC, dass der unbekannte Interessent, der Apollo Global Management fast dazwischen gefunkt hätte, kein geringerer als Warren Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway war. Der Börsenguru und CEO von Berkshire Hathaway, Warren Buffett, habe vergangene Woche gegenüber dem Nachrichtensender verlautet, er hätte für Tech Data ein Angebot von 140 US-Dollar pro Aktie, also insgesamt von über fünf Milliarden US-Dollar, abgegeben. Da Apollo dieses Angebot allerdings toppte und Warren Buffett nicht bereit war, sein Angebot zu verbessern, entschied sich Tech Data für das höhere Angebot von Apollo.

Buffett fasst schnelle Entscheidung

Buffetts Entscheidung in den Bieterkampf miteinzusteigen war, wie CNBC berichtet, wohl sehr schnell gefallen: Als man bei Berkshire Hathaway am Dienstag, den 19. November erfuhr, dass auch andere Unternehmen für Tech Data mitbieten könnten, habe Buffett bereits am nächsten Tag entschieden, dass und zu welchen Konditionen er ein Angebot für Tech Data abgeben möchte. Freitags sei dann schon Vice Chairman Greg Abel zu Tech Data nach Florida gereist, um dem Unternehmen tags drauf bereits ein offizielles Angebot vorzulegen. Nachdem Tech Data sonntags dann bestätigte, ein höheres Gebot von Berkshire Hathaway erhalten zu haben, verbesserte Apollo sein Angebot am Mittwoch darauf und stach Buffetts Investmentholding aus.

Berkshire Hathaway sitzt auf Geld

Warren Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway sitzt auf einer Menge Geld: Um die 128 Milliarden US-Dollar in liquiden Mitteln wies das Unternehmen in seinen Quartalszahlen aus. Und das trotz einer Investition von 10 Milliarden US-Dollar in den Ölkonzern Occidental Petroleum Corp., für die Berkshire Hathaway 100.000 Aktien erhielt. Man könnte meinen das Unternehmen tut sich in den vergangenen Jahren schwer größere Akquisitionen zu tätigen. Stattdessen kaufte Berkshire Hathaway eigene Aktien im Wert von rund 700 Millionen US-Dollar zurück, was Buffett in der Vergangenheit versuchte zu vermeiden.

Dass das Unternehmen derzeit keine Objekte zu finden scheint, in die es investieren bzw. die es aufkaufen möchte, könnte daran liegen, dass Buffett, der dafür bekannt ist günstig bei Unternehmen einzusteigen, nicht dazu bereit ist, aufgrund der aktuellen Marktsituation einen Aufschlag zu zahlen. "Die Preise sind himmelhoch für Unternehmen, die angemessene langfristige Perspektiven besitzen", zitiert CNBC das Orakel von Omaha aus dem aktuellen jährlichen Brief an die Aktionäre. So entschied er sich auch Apollo Global Management das Feld zu überlassen, denn er war nicht bereit für Tech Data mehr Geld als in seinem ersten Gebot auf den Tisch zu legen.

Tech Data profitiert von Übernahmeplänen

Bei Tech Data sorgten die Übernahmepläne für gute Stimmung: Seitdem das Angebot von Apollo Global Management bekannt wurde, legte die Tech Data-Aktie im US-Handel an der Nasdaq 29,41 Prozent zu auf 144,08 US-Dollar (Stand: 3. Dezember 2019). Seit Jahresbeginn konnte das Papier ein Plus von rund 76 Prozent verzeichnen.

Dank der "Go-Shop"-Klausel hat das Unternehmen nun noch bis zum 9. Dezember Zeit, Angebote von weiteren Interessenten zu überprüfen.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 04.12.2019 · 19:54 Uhr
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