Importpreise im Juni gegenüber Mai gesunken

29. Juli 2026, 08:34 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
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Die Importpreise lagen im Juni 2026 um 6,1 Prozent über dem Vorjahresmonat, die Exportpreise um 3,5 Prozent.

Wiesbaden - Die Importpreise waren im Juni 2026 um 6,1 Prozent höher als im Juni 2025. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit. Im Mai 2026 hatte die Veränderungsrate demnach gegenüber dem Vorjahresmonat bei 6,8 Prozent gelegen, im April 2026 bei 5,3 Prozent. Die Einfuhrpreise fielen im Juni 2026 also gegenüber Mai 2026 um 0,7 Prozent.

Die Exportpreise waren im Juni 2026 um 3,5 Prozent höher als im Juni 2025. Dies war nach Berechnungen des Bundesamtes der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 2023 (+6,6 Prozent gegenüber Februar 2022). Im Mai 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei 3,4 Prozent gelegen, im April 2026 bei 2,9 Prozent. Gegenüber Mai 2026 stiegen die Ausfuhrpreise im Juni 2026 geringfügig um 0,1 Prozent.

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise hatte laut Destatis im Juni 2026 gegenüber Juni 2025 erneut der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter mit 10,3 Prozent (-0,1 Prozent gegenüber Mai 2026) und für Energie mit 23,9 Prozent (-6,6 Prozent gegenüber Mai 2026).

Bei den Vorleistungsgütern waren insbesondere Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug mit +27,5 Prozent deutlich teurer als im Vorjahresmonat, darunter Edelmetalle und deren Halbzeug mit +34,5 Prozent und Kupfer und Halbzeug daraus mit +30,3 Prozent. Auch die Preise für importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen deutlich über denen von Juni 2025 (+28,3 Prozent), ebenso die Preise für Kunststoffe in Primärformen (+23,8 Prozent).

Besonders stark wirkte sich der Krieg im Nahen Osten weiterhin auf die Energiepreise im Vorjahresvergleich aus, erklärten die Statistiker. Im Vergleich zu Juni 2025 stiegen die Importpreise für elektrischen Strom (+70,8 Prozent), Mineralölerzeugnisse (+36,0 Prozent), Erdöl (+32,1 Prozent), Steinkohle (+12,1 Prozent) und Erdgas (+8,3 Prozent) deutlich. Im Vergleich zum Vormonat Mai 2026 wurde insbesondere elektrischer Strom (+12,7 Prozent) teurer. Nur moderat stiegen im Vormonatsvergleich die Preise für Steinkohle (+1,3 Prozent) und Erdgas (+0,5 Prozent).

Dagegen sanken gegenüber Mai 2026 die Preise für Erdöl (-12,6 Prozent) und Mineralölerzeugnisse (-9,9 Prozent). Während die Preise für importierten Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin mit -18,1 Prozent, für schweres Heizöl mit -13,8 Prozent sowie für Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl mit -12,6 Prozent gegenüber dem Vormonat sanken und auch Motorenbenzin um -7,4 Prozent billiger wurde, verteuerten sich im Vergleich zu Mai 2026 insbesondere Schmier- und andere Öle um 16,5 Prozent.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,3 Prozent (+0,1 Prozent gegenüber Mai 2026). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex 4,7 Prozent über dem Stand von Juni 2025 (+0,2 Prozent gegenüber Mai 2026).

Auch importierte Investitionsgüter waren laut Destatis im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich teurer, und zwar um 2,9 Prozent gegenüber Juni 2025 und um 0,5 Prozent gegenüber Mai 2026. Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Juni 2026 im Durchschnitt 6,5 Prozent billiger als im Vorjahresmonat (-2,0 Prozent gegenüber Mai 2026). Die Preise für Rohkakao lagen 42,4 Prozent unter denen von Juni 2025, stiegen jedoch im Vormonatsvergleich gegenüber Mai 2026 um 8,1 Prozent. Auch lebende Schweine waren mit -32,1 Prozent günstiger als im Juni 2025. Im Vormonatsvergleich waren sie mit -9,2 Prozent ebenfalls deutlich billiger. Auch Rohkaffeeimporte kosteten 7,2 Prozent weniger als vor einem Jahr, aber 2,5 Prozent mehr als im Vormonat. Für importiertes Getreide wurde im Juni 2026 weniger bezahlt als im Juni 2025 (-4,4 Prozent), gegenüber Mai 2026 wurde es aber 0,5 Prozent teurer.

Importierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter) waren im Juni 2026 um 0,8 Prozent preiswerter als im Vorjahr (+0,2 Prozent gegenüber Mai 2026), erklärte das Bundesamt weiter. Während die Preise für Gebrauchsgüter 0,7 Prozent über denen von Juni 2025 lagen (+0,2 Prozent gegenüber Mai 2026), waren Verbrauchsgüter im Vorjahresvergleich 1,2 Prozent billiger (+0,1 Prozent gegenüber Mai 2026). Für Nahrungsmittel allgemein musste 6,4 Prozent weniger bezahlt werden als im Juni 2025 (-0,5 Prozent gegenüber Mai 2026). Preisrückgänge gab es unter anderem bei Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (-48,6 Prozent), Schweinefleisch (-23,8 Prozent) sowie Frucht- und Gemüsesäften (-26,3 Prozent). Teurer als im Juni 2025 waren unter anderem geschälte Haselnüsse (+21,3 Prozent).

Bei den Exportpreisen hatte der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter aufgrund ihres hohen Anteils am Gesamtindex den größten Einfluss auf die Vorjahresveränderungsrate. Die Vorleistungsgüterpreise lagen im Durchschnitt 6,0 Prozent über denen von Juni 2025 und 0,3 Prozent über denen von Mai 2026. Bei Investitionsgütern lag das Preisniveau 1,9 Prozent über dem von Juni 2025 (+0,3 Prozent gegenüber Mai 2026). Zusammen decken beide Gütergruppen fast 75 Prozent der ausgeführten Waren ab.

Auch bei den Ausfuhrpreisen waren weiterhin die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spüren: Die Preise für Energieexporte lagen um 26,7 Prozent über denen von Juni 2025, aber um 3,7 Prozent unter denen von Mai 2026. Vor allem die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen deutlich um 32,1 Prozent gegenüber Juni 2025, sanken aber um 9,7 Prozent gegenüber Mai 2026. Darunter waren Exporte von Flugturbinentreibstoff aus Kerosin um 46,1 Prozent teurer als im Vorjahr, im Vergleich zum Vormonat wurden sie jedoch preiswerter (-19,6 Prozent). Auch Erdgas war gegenüber Juni 2025 teurer (+12,7 Prozent). Gegenüber Mai 2026 stiegen die Preise um 0,3 Prozent.

Exportierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter, Exportanteil zusammen rund 21 Prozent) waren 0,3 Prozent teurer als im Juni 2025. Während die Preise für Gebrauchsgüter 1,9 Prozent über denen von Juni 2025 lagen (+0,2 Prozent gegenüber Mai 2026), waren die Preise für Verbrauchsgüter 0,1 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat (+0,4 Prozent gegenüber Mai 2026).

Bei den Verbrauchsgütern sanken insbesondere die Preise für Nahrungsmittel (-5,9 Prozent gegenüber Juni 2025 und -0,3 Prozent gegenüber Mai 2026). Hier waren unter anderem die Preise für Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaofett, Kakaoöl und Kakaopulver mit -29,2 Prozent deutlich niedriger als im Juni 2025 (-5,6 Prozent gegenüber Mai 2026). Schweinefleisch wurde zu 25,2 Prozent niedrigeren Preisen als im Juni 2025 exportiert (-4,6 Prozent gegenüber Mai 2026). Auch Milch und Milcherzeugnisse waren mit -9,8 Prozent im Durchschnitt billiger als vor einem Jahr (+1,5 Prozent gegenüber Mai 2026), darunter besonders Butter und andere Fettstoffe aus Milch mit -45,2 Prozent gegenüber Juni 2025 (-1,7 Prozent gegenüber Mai 2026).

Landwirtschaftliche Güter wurden 6,2 Prozent preiswerter exportiert als im Vorjahresmonat. Gegenüber Mai 2026 fielen die Preise hier um 1,4 Prozent.

Wirtschaft / Deutschland / Importpreise / Exportpreise / Destatis / Energiepreise / Vorleistungsgüter
29.07.2026 · 08:34 Uhr
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