Immobilienpreise entwickeln sich uneinheitlich

10. August 2026, 08:40 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
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Der VDP-Immobilienpreisindex stieg im zweiten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 1,3 Prozent.

Berlin - Die Immobilienpreise in Deutschland haben im zweiten Quartal 2026 insgesamt zugelegt. Dies zeigt der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP). Dieser stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,3 Prozent. Gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres gingen die Preise marginal um 0,1 Prozent zurück.

Zurückzuführen ist der Gesamtindex-Anstieg im Jahresvergleich auf die Wohnimmobilienpreise: Sie erhöhten sich von April bis Juni dieses Jahres um 1,9 Prozent. Büro- und Einzelhandelsimmobilienpreise verzeichneten hingegen im Vergleich zum Vorjahresquartal Preisrückgänge von -1,2 Prozent und -0,2 Prozent.

"Erstmals seit anderthalb Jahren bewegten sich die Preise in den Objektklassen wieder uneinheitlich: Während Büro- und Handelsimmobilien im Preis nachgaben, zeigte sich bei Wohnimmobilien weiterhin ein Preisanstieg - allerdings weniger dynamisch als in den Vorquartalen", sagte VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. Erwartungsgemäß reagiere der Gewerbeimmobilienmarkt stärker und unmittelbarer als der Wohnimmobilienmarkt auf die geopolitischen Entwicklungen, die in der Konsequenz gestiegenen Inflationserwartungen und die daraus resultierende Zinsentwicklung. Auch die verhaltene konjunkturelle Entwicklung wirke sich wenig überraschend stärker auf Gewerbeimmobilien aus als auf Wohnimmobilien, bei denen der fortbestehende Nachfrageüberhang weiterhin zu Preissteigerungen führe.

Unter den Wohnimmobilien, die auf Jahressicht insgesamt einen Preisanstieg von 1,9 Prozent aufwiesen, verteuerten sich Eigentumswohnungen am stärksten: Zwischen dem zweiten Quartal 2025 und dem zweiten Quartal 2026 belief sich das Preiswachstum bei ihnen auf 2,6 Prozent. Etwas geringer fiel das Wachstum bei Eigenheimen (2,0 Prozent) und bei Mehrfamilienhäusern (1,6 Prozent) aus. Mit Zuwächsen gegenüber dem ersten Quartal 2026 in Höhe von 0,3 Prozent bei Mehrfamilienhäusern, 0,4 Prozent bei Eigenheimen und 0,5 Prozent bei Eigentumswohnungen entwickelten sich die Preise zuletzt auf vergleichbarem Niveau. Insgesamt ergab sich damit ein Gesamt-Preisanstieg bei Wohnimmobilien in Höhe von 0,3 Prozent im Vorquartalsvergleich.

Die Lage auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt stellte sich von April bis Juni dieses Jahres unverändert angespannt dar. Der andauernde Mangel an Wohnungen ließ auch die Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern weiter steigen: Mit 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal verzeichneten die Mieten allerdings eine geringere Zunahme als in den vergangenen Quartalen. Da sich die Neuvertragsmieten stärker als die Preise von Mehrfamilienhäusern erhöhten, nahm deren Rendite, gemessen am VDP-Index für Liegenschaftszinsen, zu: um 1,5 Prozent.

Die Top-7-Städte verzeichneten im Vorjahresvergleich mit 2,1 Prozent einen etwas höheren Anstieg der Wohnimmobilienpreise als im gesamten Bundesgebiet. Unter den Ballungsräumen verteuerten sich Wohnobjekte in Hamburg (3,8 Prozent) am stärksten, gefolgt von Köln (2,5 Prozent), Frankfurt und Düsseldorf (jeweils 2.4 Prozent) sowie München (2,3 Prozent). Dahinter rangierten Berlin und Stuttgart mit Wachstumsraten von 1,6 Prozent bzw. 0,7 Prozent. Insgesamt fiel die Preiszunahme bei den Top 7-Städten deutlich geringer aus als im ersten Quartal, als noch vier Top 7-Städte Preissteigerungen von mehr als 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchten.

Mit durchschnittlich 1,5 Prozent erhöhten sich die Neuvertragsmieten in den Top-7-Städten spürbar geringer als in Gesamtdeutschland (3,2 Prozent). Während das höchste Mietwachstum in Düsseldorf festzustellen war (3,6 Prozent), verzeichnete Berlin erneut den geringsten Zuwachs (0,6 Prozent). Gemessen am VDP-Liegenschaftszinsenindex, gaben die Renditen in den Ballungsräumen um 0,7 Prozent nach.

Anders als die Preise von Wohnimmobilien gaben die Preise von Büros und Handelsobjekten im zweiten Quartal 2026 nach (-1,2 Prozent bzw. -0,2 Prozent) - der erste Rückgang auf Jahressicht nach fünf Quartalen. Treiber waren die Entwicklungen am aktuellen Rand: Büropreise gingen um -1,5 Prozent zurück, Einzelhandelsimmobilien um -0,7 Prozent.

Während sich das Mietwachstum bei Büros im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 auf 2,7 Prozent belief, betrug es bei Einzelhandelsimmobilien 1,5 Prozent. Basierend auf den Preis- und Mietentwicklungen legten die Renditen, gemessen am vdp-Liegenschaftszinssatzindex, um 4,0 Prozent bei Büros und um 1,6 Prozent bei Handelsimmobilien zu.

"Die weitere Entwicklung der Gewerbeimmobilienmärkte hängt u. a. davon ab, ob bzw. wann eine Beruhigung der zahlreichen geopolitischen Konflikte erreicht und die von der Bundesregierung angekündigte Reformagenda umgesetzt wird und greift", sagte Tolckmitt. Beides könne positive Implikationen für die Konjunktur und damit den Gewerbeimmobilienmarkt haben, wenn die zahlreichen Herausforderungen ambitioniert angegangen würden.

Wirtschaft / Deutschland / Immobilien / Wohnimmobilien / Gewerbeimmobilien / VDP / Immobilienpreisindex
10.08.2026 · 08:40 Uhr
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