IBM-Aktie bricht ein: Rückkehr zu Wachstum 2021 versprochen

Im vierten Quartal sank der Umsatz stärker als von Analysten erwartet, während International Business Machines gewinnseitig besser abschnitt.

"Die Maßnahmen zur Konzentration auf die hybride Cloud und Künstliche Intelligenz werden greifen, was uns zuversichtlich macht, dass wir 2021 zu einem Wachstum zurückkehren können", sagte CEO Arvind Krishna, der den Chefposten erst vor einigen Monaten übernommen hat. Er kündigte an, für das Wachstum mehr ins Risiko zu gehen und die Fehlertoleranz konzernweit zu erhöhen. Im vierten Quartal legte der Cloud-Umsatz um 10 Prozent zu, im Gesamtjahr waren es 19 Prozent.

Der Konzern, der seine Finanzausblicke vergangenes Jahr wegen der coronabedingten Unsicherheiten ausgesetzt hatte, will dieses Jahr einen bereinigten Cashflow von 11 bis 12 Milliarden US-Dollar erreichen. 2022 soll er auf 12 bis 13 Milliarden Dollar steigen.

Die Umsätze fielen in jedem Quartal des Jahres. Im vierten gingen sie um 6,5 Prozent auf 20,4 Milliarden Dollar zurück. Der Gewinn sank auf 1,36 Milliarden Dollar von 3,67 Milliarden Dollar, auch wegen einer Sonderbelastung von rund 2 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie aus dem fortgeführten Geschäft belief sich auf 2,07 Dollar. Analysten hatten im Factset-Konsens mit 1,81 Dollar gerechnet.

Anfang Oktober 2020 hatte Krishna bekannt gegeben, dass der Bereich Managed Infrastructure Services der Division Global Technology Services in eine neue Firma überführt wird. Zugleich hieß es, man rechne mit Belastungen von 2,3 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit Verschlankungsmaßnahmen noch vor der Ausgliederung. Im Zuge dessen will der Konzern Kreisen zufolge in Europa rund 10.000 Stellen streichen. Bei IBM gab es bereits im Mai eine Abbaurunde unter dem neuen CEO. Ende vergangenen Jahres beschäftigte der IT-Riese noch mehr als 350.000 Mitarbeiter weltweit.

Der geplante Spin-off ist Teil des Plans, die konzerneigene Wachstumsstrategie für Hybrid Clouds zu voranzutreiben. Die Aktionäre von IBM sollen die Anteile an der neuen Aktiengesellschaft erhalten, die Abtrennung soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein.

IBM verprellt Anleger und bei Intel wird 'Kasse' gemacht

Hohe Kursverluste haben am Freitag an der Wall Street die Aktien der beiden Tech-Urgesteine IBM und Intel hinnehmen müssen - allerdings aus verschiedenen Gründen. Während IBM die Anleger mit schwachen Quartalszahlen verschreckte, nahmen diese bei Intel nach starken Geschäftsergebnissen und hohen Kursaufschlägen nun Gewinne mit.

Die Aktien von IBM sackten bis zum Handelsschluss um 9,91 Prozent auf 118,61 US-Dollar ab. Der Computer-Dino hat zum Jahresende überraschend deutliche Geschäftseinbußen hinnehmen müssen. So brach der Nettogewinn aufgrund hoher Ausgaben für den Konzernumbau um zwei Drittel ein. Das lukrative Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet wuchs zuletzt deutlich langsamer als noch im Vorquartal.

Der Konzernumbau bei IBM werde auch im neuen Jahr fortdauern, schrieb Analyst David Vogt von der UBS. Das Unternehmen habe zwar Probleme hinter sich gelassen, gleichzeitig aber neue vor sich. So seien die Ergebnisse im Cloud-Geschäft deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das limitiere das Potenzial für den Aktienkurs. Vogt rechnet mit Blick voraus mit einer weiter schleppenden Nachfrage nach Cloud-Angeboten.

Beim Chip-Riesen Intel waren Experten dagegen voll des Lobes mit Blick auf den Quartalsbericht. "Das vierte Quartal 2020 war sehr stark", urteilte etwa Stacy Rasgon vom Investmenthaus Bernstein. Der Umsatz habe mit 20 Milliarden US-Dollar die Markterwartung von 17,5 Milliarden Dollar klar hinter sich gelassen. Profitiert habe der Konzern von einer hohen Nachfrage nach Notebooks. Auch die Prognosen für das laufende erste Quartal 2021 seien aus diesem Grund optimistisch.

Trotz solch warmer Worte wurden die Aktien von Intel am heutigen Freitag zum Opfer ihrer jüngsten Stärke: Vom Tief vor nur einem Monat bis zum Tageshoch am Donnerstagabend war der Kurs in einer breiten Sektorrally für Chipwerte um mehr als 40 Prozent nach oben geschnellt. Nach dieser Rally machten Anleger nun Kasse, der Kurs sackte am Freitag um 8,5 Prozent ab.

NEW YORK (Dow Jones) / NEW YORK (dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 22.01.2021 · 22:20 Uhr
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