HSBC-Analystin mit Kaufempfehlung: Uber und Lyft bergen noch viel Aufwärtspotenzial

• HSBC empfiehlt Uber-Aktien und Lyft-Papiere zum Kauf
• Dank besserer Bedingungen hätten beide Unternehmen Potenzial, profitabel zu werden
• HSBC-Analystin sieht rund 30 Prozent Aufwärtspotenzial

Sowohl Uber als auch Konkurrent Lyft bewegen sich seit geraumer Zeit in schwierigem Fahrwasser. Die Aktien beider Unternehmen sind sehr angeschlagen und stehen immer wieder unter Druck. Während Uber seit Börsenbeginn einen Kursverlust in Höhe von rund 24 Prozent gegenüber seinem Ausgabepreis, der bei 45 US-Dollar lag, verbucht, stehen Lyft-Aktien mittlerweile etwa 33 Prozent unter ihrem Ausgabepreis von 72 US-Dollar. Beide Titel mussten in den vergangenen Monaten deutlich an Wert einbüßen, da "die Stimmung der Anleger bei Ride-Hailing-Aktien nach hohen gemeldeten Verlusten, regulatorischen Schlagzeilen aus Kalifornien und Bedenken bezüglich einer Wachstumsverlangsamung mürrischer geworden ist", erklärte HSBC-Analystin Masha Kahn gegenüber CNBC.

Uber-Aktien und Lyft-Papiere im Rallymodus

Anfang der Woche erhielten die Aktien der Fahrdienstvermittler jedoch Auftrieb, nachdem die britische Großbank HSBC eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatte. Der "Preis stimmt" bei den beiden Unternehmen, schrieb Kahn in einer Notiz an Kunden, die MarketWatch vorliegt. Investments in die angeschlagene Branche würden sich nun lohnen. "Wir denken, dass regulatorische Bedenken eingepreist sind, während wir weiterhin viel Optionalität bei Produktverbesserungen für Uber und Lyft sehen", hieß es weiter.

Uber und Lyft sollten sich künftig nun vermehrt auf profitableres Wachstum konzentrieren, prognostiziert Kahn. Denn die Mitfahrgelegenheiten hätten durchaus das Potenzial, "gewinnbringend" zu sein: "Wir denken, dass die Fahrgeschäftstätigkeiten von Uber und Lyft die Profitabilität erreichen können, […]", ebenso wie Uber Eats. Um aber tatsächlich Gewinne generieren zu können, müsste sowohl Uber als auch Lyft Vertriebs- und Marketingkosten senken, schätzt Kahn. Beide Unternehmen müssten sich vielmehr auf die Nutzung ihrer Fixkostenbasis konzentrieren. "In den Bereichen Ride-Hailing und Food-Delivery weltweit sehen wir nur Platz für zwei große Player und erwarten eine weitere Konsolidierung in beiden Sektoren", schrieb die HSBC-Analystin weiter.

Doch auch anderen Unternehmen sei es bereits gelungen, in dieser anspruchsvollen Branche Fuß zu fassen. Kahn verwies in diesem Zusammenhang auf die russische Mitfahrzentrale Yandex Taxi und den chinesischen Lebensmittellieferanten Meituan Dianping. "Weltweit gesehen weisen wir darauf hin, dass Yandex bereits ein profitables Fahrgeschäft ist und der größte Lebensmittellieferant - Chinas Meituan Dianping - gerade einen Gewinn erzielt hat. Beide Sektoren sind empfindlich gegenüber der Rationalisierung der Marketingausgaben und wir denken, dass die größten Anreize und Verluste jetzt hinter Uber und Lyft liegen", zitiert MarketWatch aus der Mitteilung an Investoren.

Uber-Aktien profitierten am Montag von den Aussagen Kahns und stiegen im Hoch um 4,66 Prozent, beendeten den Handel schlussendlich dann noch mit einem Kurszuwachs von etwa 3,6 Prozent. Für Lyft-Titel ging es daneben zeitweise um bis zu 6,27 Prozent aufwärts, sie schlossen letztlich mit einem Aufschlag von rund 3,7 Prozent.

HSBC stuft von "hold" auf "buy" hoch

Zwar senkte HSCB die Kursziele für Uber und Lyft, zugleich hob die Großbank jedoch die Ratings für die angeschlagenen Aktien an: Beide Aktien erhielten eine Kaufempfehlung. Während das Kursziel für Uber von 49 auf 44 US-Dollar gesenkt wurde, würde dies trotzdem noch immer einem Anstieg von rund 28 Prozent gleichkommen. Das Kursziel für Lyft wurde auf 62 von 67 US-Dollar reduziert, hier sieht HSBC demnach noch Aufwärtspotenzial von etwa 29 Prozent.

Dennoch müssten beide Unternehmen weiterhin mit Gegenwind rechnen, es gebe viele Herausforderungen, aufgrund von "höheren regulatorischen Risiken und einer geringeren langfristigen Wachstumsaussicht für ihr Fahrgeschäft" von Investoren, warnte Kahn.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 20.09.2019 · 12:35 Uhr
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