Höchste Warnstufe: Deutschland wappnet sich für Wintersturm

06. Februar 2021, 23:18 Uhr · Quelle: dpa

Offenbach (dpa) - Eisige Kälte, Schneestürme und Glatteis: In Teilen Deutschlands sind Räumtrupps und Feuerwehren bereit für einen der größten Einsätze seit Jahren.

Der erste Eisregen fiel bereits am Samstagabend in Teilen Nordrhein-Westfalens und sorgte für glatte Straßen. Über einige Regionen Bayerns wehte tagsüber dagegen Saharastaub und trübte den Himmel. Bis in die Nacht zum Montag hinein ist dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge mit extremem Schneefall und Schneeverwehungen in Teilen Deutschlands zu rechnen. Straßen und Schienen könnten nicht mehr befahrbar sein. Einzelne Zugverbindungen im Norden wurden bereits vorsorglich gesperrt.

Im Siegerland in Nordrhein-Westfalens setzte der Eisregen bereits am Samstagabend ein. Von dort aus ziehe er sich in der Nacht in einem breiten Streifen über Wuppertal und Düsseldorf bis zur niederländischen Grenze, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. In diesem Gebiet sei zumindest örtlich mit Glätte zu rechnen. Deutlich kritischer könnte es im Verlauf der Nacht weiter nördlich in NRW werden.

Ganz anders zeigte sich das Wetter im Süden, wo die Menschen deutlich mildere Temperaturen erwarten. Der Grund: Während über der Mitte Deutschlands Kaltluft arktischen Ursprungs liegt, lenken Tiefdruckgebiete über Westeuropa laut DWD sehr milde Luft nach Bayern und Baden-Württemberg.

In Teilen Bayerns tauchte Staub aus der Sahara den Himmel am Samstag in ein trübes Licht. «Wenn man in München rausschaut zum Beispiel, sieht es leicht gelb-rötlich aus», sagte ein DWD-Sprecher. Ursache sei das Tiefdruckgebiet über Südwesteuropa: Die entstandenen Winde transportieren Staub aus der Wüste über das Mittelmeer direkt nach Deutschland. Bayern ist dem Sprecher zufolge besonders von den Auswirkungen betroffen.

In Teilen Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und Sachsen-Anhalts galt am Samstag die Höchste Warnstufe des DWD. In der Nacht und auch bis Sonntagabend rechneten die Meteorologen von Westen nach Osten, von Bocholt bis Magdeburg mit starkem Schneefall und extremen Schneeverwehungen. In der nördlichen Mitte Deutschlands sei mit 15 bis 40 Zentimeter Neuschnee und Schneeverwehungen bis über einen Meter zu rechnen. Bäume könnten unter der Schneelast zusammenbrechen, Straßen und Schienenwege unpassierbar werden.

In weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen und Bayern soll es Glatteis geben. «Fahren Sie nur mit Winterausrüstung und vermeiden Sie grundsätzlich Autofahrten!», hieß es in der amtlichen Warnmeldung des DWD vom Samstag. Heftige Schneefälle führten in Thüringen bereits vielerorts zu Unfällen auf glatten Straßen. Es sei aber meist bei Blechschäden geblieben, hieß es am Samstagabend von der Landespolizeidirektion.

Am Alpenrand gab es Warnungen vor schweren Sturmböen, im Norden und der Mitte vor Sturm- und Windböen. Viele Menschen in Deutschland schienen sich an die Unwetterwarnungen zu halten, etwa im verschneiten Harz, den Ausflügler am Samstag weitgehend mieden. «Wir stellen erfreut fest, dass die meisten Menschen die Unwetterwarnungen ernst genommen haben und sich heute nur wenige auf den Weg zu uns in den Oberharz gemacht haben», schrieb etwa die Polizei Goslar auf Facebook. Man hoffe, auch am Ende des morgigen Tages Ähnliches sagen zu können.

Die Bahn setzte ihre Schneeräumtrupps in Bereitschaft, warnte aber trotzdem vor möglichen Zugausfällen. Vorsorglich wurden am Samstag und Sonntag alle Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland gestrichen. Ebenfalls von den Anpassungen betroffen war die Verbindung zwischen Hamburg und Rostock/Stralsund/Binz. Auch im Regionalverkehr etwa in Nordrhein-Westfalen war mit Beeinträchtigungen zu rechnen. In mehreren Städten organisierte die Bahn Übernachtungsmöglichkeiten für Reisende. So sei man etwa in Hamburg, Hannover, Münster, Kassel und Leipzig vorbereitet, falls Kunden ihr Reiseziel mit dem Zug nicht mehr erreichen könnten, sagte eine Sprecherin.

Weniger Sorgen machen müssen sich die Menschen im Süden, wo der DWD deutlich mildere Temperaturen vorhergesagt hatte. Auch wenn sich das Wetter zumindest in Bayern am Samstag nicht ganz so gegensätzlich entwickelte wie erwartet. Das vorhergesagte frühlingshafte Wetter in Alpennähe trat nicht ein. In München genossen am Samstag dennoch Surfer ihren Sport auf der künstlichen Welle im Englischen Garten. Dick eingehüllt in Neopren trotzten sie den Temperaturen des Eisbaches.

Wetter / Unwetter / Verkehr / Schnee / Föhn / Glatteis / Bahn / Winter / Deutschland
06.02.2021 · 23:18 Uhr
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