Heiß begehrte Parkettneulinge: The Hut Group und Snowflake starten spektakulär

von Wolfgang Ehrensberger, €uro am Sonntag

An den Börsen in London und New York haben diese Woche der britische Onlinehändler The Hut Group und der US-Softwarespezialist Snowflake milliardenschwere Debüts und rasante Kurszuwächse am ersten Handelstag hingelegt.

Ein paar Nummern kleiner wollen in Deutschland der Rüstungskonzern Hensoldt und der Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert kommende Woche in Frankfurt ihren Einstand geben. Die ­Corona-Krise sorgt für zusätzliche Dynamik. Viele Firmen hatten ihre Börsenpläne im ersten Halbjahr vorerst auf Eis gelegt. Doch die Märkte für Neuemissionen haben sich rasch wieder geöffnet. Da die Investorenkonferenzen und Roadshows nur noch online stattfinden, verkürzt sich zudem das Prozedere für Börsengänge erheblich.

Für Aufsehen sorgte der britische Onlinehändler The Hut Group: Zum Handelsauftakt am Mittwoch legten die Aktien des Amazon-Rivalen um rund 30 Prozent zu. Damit nahm der vor 16 Jahren gegründete Onlinehändler 1,9 Milliarden Pfund ein und wurde mit 5,4 Milliarden Pfund bewertet. Es ist das größte Marktdebüt in London seit dem Börsengang der Royal Mail vor sieben Jahren. Snowflake, eine Cloud-Datenplattform aus Ka­lifornien, startete in New York sogar mit einem Kursplus von 120 Prozent. Mit Einnahmen von 3,4 Milliarden Dollar ist es der bislang größte US-Börsengang in diesem Jahr. Das Unternehmen wird demnach mit 80 Milliarden Dollar bewertet.

Der bayerische Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt wiederum will mit seinem Börsengang mindestens 400 Millionen Euro erlösen. 300 Millionen gehen ins Unternehmen zur Schuldentilgung. Die Aktien können noch bis 23. September in einer Spanne von zwölf bis 16 Euro gezeichnet werden. Am 25. September will die ehemalige Airbus-Tochter ihr Debüt an der Frankfurter Börse geben. Hensoldt zielt auf einen Börsenwert zwischen 1,3 und 1,6 Milliarden Euro. Der Finanz­investor KKR hatte die Rüstungselektronik-Sparte von Airbus vor vier Jahren für 1,1 Milliarden Euro gekauft und sie in Hensoldt umbenannt.

Der Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert startet am 23. September an der Frankfurter Börse. Es ist der erste Börsengang in Deutschland nach der Sommerpause. Die Neuemission soll bis zu 366 Millionen Euro einbringen. Davon fließen 20 bis 25 Millionen dem Unternehmen zu, der Rest geht an den Finanzinvestor HTP, der die Firma vor elf Jahren aus der Insolvenz herausgekauft und saniert hatte.

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Euro am Sonntag
[finanzen.net] · 19.09.2020 · 10:00 Uhr
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