Heathrow-Chaos: Staatsmonopol Nats legt 1.550 Flüge lahm – und keiner wird entlassen

Staatsmonopol als Flaschenhals
Eine technische Störung bei Nats, dem britischen Flugsicherungsmonopolisten, hat den Luftverkehr in Großbritannien zwei Tage lang lahmgelegt. Bis Mittwoch 6 Uhr waren bereits 250 weitere Flüge gestrichen, nach 1.300 Ausfällen am Vortag. Der größte Teil traf Heathrow, aber auch Gatwick, Stansted, Manchester und Birmingham.
Passagiere mussten auf Fliesen im Terminal schlafen, weil die staatlich geschützte Einheit den Verkehr nicht bewältigen konnte. Der Grund blieb zunächst unklar, eine Cyberattacke wurde ausgeschlossen. Das Problem sei behoben, sagte Nats-Chef Martin Rolfe der BBC – nur der Rückstau bleibe.
Airlines zahlen, Monopolist bleibt
Ryanair-Manager Neal McMahon forderte Rolfe zum Rücktritt auf. Verkehrsministerin Heidi Alexander bestellte den Nats-Chef ein. Mehrere Airlines übten scharfe Kritik an dem Dienstleister, der für 15 Flughäfen zuständig ist. Konsequenzen blieben bisher aus.
Auch deutsche Flughäfen spürten die Folgen: Verbindungen von Frankfurt und Düsseldorf nach London wurden gestrichen. Gleiches galt für Zürich und andere europäische Drehkreuze.
Der Steuerzahler trägt die Rechnung
Nats ist kein Wettbewerbsunternehmen, sondern ein staatlich privilegiertes Monopol. Solange der Staat den Markt abschirmt, fehlt jeder Anreiz, Ausfälle zu vermeiden. Wer baut und fliegt, verliert Zeit und Geld. Wer verwaltet, bleibt im Amt.
Der Steuerzahler und die Passagiere zahlen die Rechnung – in Form von gestrichenen Flügen, verpassten Terminen und über Nacht verbrachten Stunden auf dem Boden. Eine marktwirtschaftliche Lösung würde Wettbewerb bei der Flugsicherung zulassen und das Monopol brechen.
Solange das nicht geschieht, wird sich nichts ändern. Der nächste Ausfall kommt bestimmt.

