Hapag-Lloyd-Aktie freundlich: Hapag-Lloyd wird nach Gewinnsprung optimistischer

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) dürfte 2019 den oberen Bereich der Zielspanne von 500 bis 900 Millionen Euro erreichen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mit. Analysten rechneten bisher im Schnitt mit 737 Millionen Euro. Bei dem Gewinn dürften der Reederei auch positive Effekte aus einer veränderten Rechnungslegung in die Karten spielen.

Im dritten Quartal konnte Hapag-Lloyd den Gewinn deutlich steigern, obwohl die Transportmenge angesichts weltpolitischer Spannungen und des Handelskonflikts zwischen den USA und China bei gut 3 Millionen Standardcontainern (TEU) stagnierte. Dabei kamen der Reederei höhere Preise für den Transport von Frachtcontainern zugute.

So stieg der Umsatz des Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf gut 3,2 Milliarden Euro. Das Ebit sprang um 22 Prozent auf 253 Millionen Euro nach oben und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Der Nettogewinn legte um fast ein Drittel auf 150 Millionen Euro zu.

Den bisher für das laufende Jahr angepeilten operativen Gewinn hat Hapag-Lloyd praktisch schon in den ersten neun Monaten erwirtschaftet. Mit 643 Millionen Euro lag das Ebit mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Diesmal profitiert Hapag-Lloyd auch von einer veränderten Rechnungslegung (IFRS 16). Diese dürfte beim Ebit im Gesamtjahr einen positiven Effekt haben, der dem Unternehmen zufolge den oberen Bereich der Spanne von 10 bis 50 Millionen Euro erreichen dürfte.

Hapag-Lloyd war im Juni erst aus dem Kleinwerteindex SDAX gefallen, nachdem zwei Ankeraktionäre ihre Beteiligungen aufgestockt hatten. Dadurch reduzierte sich der Anteil der Aktien in Streubesitz auf weniger als 10 Prozent.

Großaktionäre stocken bei Hapag-Lloyd weiter auf

Der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne hat seinen Anteil an der Containerreederei Hapag-Lloyd weiter erhöht.

Die Kühne Holding kaufte in den vergangenen Monaten drei Prozentpunkte zu und hält inzwischen 29,2 Prozent, wie das Hamburger Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit hat der Hamburger Unternehmer (Kühne & Nagel) den bisher größten Anteilseigner von Hapag-Lloyd, die chilenische Reederei CSAV überholt, die auf 27,8 Prozent (plus 0,3 Prozent) kommt.

Die Hamburger Traditionsreederei sieht den Wettlauf zwischen den beiden Hauptaktionären um die Vormachtstellung mit gemischten Gefühlen, denn dadurch schrumpft der Streubesitz. Hapag-Lloyd war deswegen unlängst aus dem SDAX gefallen. Konzernchef Rolf Habben Jansen sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er gehe davon aus, dass beide Großaktionäre je 30 Prozent an Hapag-Lloyd anstreben. Die Zusammenarbeit werde dadurch aber nicht beeinflusst. Man habe gerade erst zusammengesessen: "Das war alles sehr konstruktiv und zukunftsorientiert." Habben Jansen fügte hinzu: "Natürlich hätten wir auf Dauer lieber einen etwas höheren Free Float, aber für uns ist das nicht etwas, das unser Geschäft für die nächsten Quartale beeinträchtigt." In zwei oder drei Jahren wäre ein höherer Streubesitz allerdings wünschenswert.

Mit einem Übernahmeangebot an die übrigen Anteilseigner, das nach Aktienrecht eigentlich ab einem Anteil von 30 Prozent fällig wird, rechnet Habben Jansen nicht. Aus seiner Sicht greife diese Regel bei der besonderen Aktionärsstruktur von Hapaq LLoyd nicht. Denn Kühne und CSAV sind durch einen Aktionärsvertrag miteinander verbunden, zu dem auch die Stadt Hamburg mit ihrer Beteiligung (unverändert 13,9 Prozent) gehört. Zusammen kommen die drei Hauptaktionäre auf knapp 71 Prozent an der weltweit fünftgrößten Containerreederei. Weitere 24,7 Prozent liegen bei den arabischen Ländern Katar und Saudi-Arabien, die ihre Reederei UASC 2017 in Hapag-Lloyd eingebracht hatten. Breit gestreut sind inzwischen nur noch rund 4,5 Prozent der Anteile.

Hapag Lloyd-Aktien legen zu

An der Börse konnten die Zahlen und die Aussagen von Hapag-Chef Rolf Habben Jansen nach einem wackeligen Start doch überzeugen. Der Aktienkurs legte am Vormittag um 2,5 Prozent auf 69,90 Euro zu. Zu seinem erst vergangene Woche erreichten Rekordhoch von 72,50 Euro bleibt damit noch etwas Luft.

Seit dem Jahreswechsel hat sich der Kurs jedoch bereits mehr als verdreifacht, nachdem er im Vorjahr in einen heftigen Abwärtsstrudel geraten war. Ende 2018 wurde die Aktie zeitweise zu weniger als 22 Euro gehandelt. Inzwischen ist die Reederei an der Börse insgesamt rund 12,3 Milliarden Euro wert.

HAMBURG (dpa-AFX) / (Reuters)

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[finanzen.net] · 14.11.2019 · 12:20 Uhr
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