Handelsstreit belastet Märkte - Goldman Sachs hat eine neue Strategie

• Dienstleistungsunternehmen sind weniger anfällig, als Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe
• Dienstleister-Aktien haben jene von Produktherstellern übertroffen
• Auf den heimischen Markt ausgerichtete Unternehmen gelten als sicherer

Der Handelszwist zwischen den USA und China eskalierte vor kurzem erneut. Nachdem Donald Trump und Xi Jinping beim G20-Gipfel noch Gespräche führten, ging es dem US Präsidenten anschließend nicht schnell genug: Er kündigte erneut Zölle in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Importe im Wert von 300 Milliarden US-Dollar an. Daraufhin wertete China seine Währung, den Yuan, ab, was Trump als "schwerwiegenden Verstoß" bezeichnete.

Aktien von Dienstleistern zum Kauf empfohlen

Goldman Sachs setzt während des Handelsstreits auf Aktien aus dem Diensleistungsbereich und empfiehlt Aktien von Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe zu meiden. David Kostin, Stratege bei Goldman Sachs, hat eine einfache Erklärung dafür: "Dienstleister-Aktien haben eine geringere Belastung durch den Handelskonflikt, vorausgesetzt sie haben niedrigere ausländische Investitionskosten, die Gegenstand für Zölle sein könnten, und geringere nicht-US-Verkäufe, als produzierende Unternehmen."

Dienstleister-Aktien hätten die der Warenanbieter in diesem Jahr um 530 Basispunkte übertroffen, im dritten Quartal seien es 150 Basispunkte, wie Kostin gegenüber CNBC mitteilte. Die Top-Branchen seien derzeit Software und Service, als auch Medien und Unterhaltung. Goldman Sachs empfiehlt den Kauf von Aktien, wie von Microsoft, Amazon, Google und JPMorgan. Auch Aktien, wie die von Facebook und Verizon hätten laut Kostin ein "schnelleres Umsatz- und Gewinnwachstum sowie stabilere Margen, als produzierende Unternehmen." Walmart und Berkshire Hathaway befänden sich ebenfalls in Goldman Sachs Dienstleister-Aktien-Korb.

Fokus auf Unternehmen, die auf den Heimatmarkt ausgerichtet sind

Vergangene Woche erklärte Kostin, dass Goldman Sachs sich mit seinen Kunden auf Unternehmen fokussiere, die auf das Inland ausgerichtet seien. Da diese ihre Umsätze eher im Inland generierten, seien sie ebenfalls weniger von den Handelsstreitigkeiten abhängig. Daher stellte Goldman auch einen Aktienkorb mit auf den heimischen Markt fokussierten Unternehmen zusammen. Darin enthalten: Die 50 Unternehmen aus dem S&P 500, die die größten Anteile ihrer Umsätze am heimischen US-Markt generieren.

Am Dienstag gab es neue Signale in Sachen Handelsstreit: Die USA ließen verlauten die Verhängung der angekündigten Strafzölle auf chinesische Importe auf Dezember zu verschieben und China kündigte an in den kommenden Wochen wieder telefonische Gespräche aufnehmen zu wollen. Bei Goldman Sachs rechne man aber nicht mit einem Handelsdeal vor den Wahlen 2020.

Aktie im Fokus
[finanzen.net] · 16.08.2019 · 11:00 Uhr
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