Griechenlands Stromnetz als Brandstifter: 75 Prozent der Waldbrände selbst verschuldet

Ein Netz, das Feuer fängt
Drei Viertel der heuer bislang verbrannten Fläche in Griechenland gehen auf Funken aus dem Stromnetz zurück. Die Feuerwehr-Daten, die Kathimerini ausgewertet hat, sind eindeutig: sowohl die Großbrände auf Kreta Ende Juli als auch die Feuer westlich von Athen Anfang August entstanden an maroden Leitungen.
Wartung als Fremdwort
Ein Techniker bringt es auf den Punkt: „Das Netz braucht Wartung wie ein Auto zur Inspektion.“ Wer das versäumt, weiß nicht, wann und wie es endet. Genau das passiert seit Jahren: Das 250.000 Kilometer lange Netz ist überirdisch, teils aus unterschiedlichen Jahrzehnten, unterschiedlichen Materialien und unterschiedlichen Normen. Wartung wird an Drittunternehmen ausgelagert, Verantwortung bleibt diffus.
Die Kosten der Planlosigkeit
Unterirdische Leitungen wären bis zu fünfmal teurer, heißt es. Das mag stimmen. Doch die Rechnung ignoriert, was Brände wirklich kosten: zerstörte Wälder, evakuierte Dörfer, verlorene Existenzen. Wer nur auf den Meterpreis schaut, verlagert die Last auf Steuerzahler und Versicherte, nicht auf den Netzbetreiber Deddie.
Privatisierung ohne Haftung
Teilprivatisiert und trotzdem unzureichend reguliert – das ist der griechische Sonderweg. Der Staat gibt das Netz aus der Hand, ohne klare Wartungspflichten durchzusetzen. Wer baut und wartet, soll verdienen. Wer nur verwaltet und abschreibt, gehört aus dem System. Griechenland zeigt, was passiert, wenn Behörden lieber Genehmigungen verteilen als Verantwortung einfordern.
Was Deutschland daraus lernen muss
Auch hierzulande träumt man von Energiewende, während Leitungen altern und Kapazitäten fehlen. Statt neuer Subventionen brauchen wir klare Haftungsregeln und den Mut, marode Infrastruktur durch private Betreiber zu ersetzen, die für Schäden geradestehen. Alles andere ist teure Symbolpolitik auf Kosten von Eigentümern und Versicherten.

