Grand City Properties: Mietanstieg reicht nicht gegen Zinslast

Mietwachstum, aber Finanzierungskosten fressen den Ertrag
Grand City Properties hat im ersten Halbjahr Nettomieteinnahmen von 219 Millionen Euro erzielt – drei Prozent mehr als im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA stieg ebenfalls um drei Prozent auf 174 Millionen Euro. Beide Kennzahlen zeigen, dass der Vermieter seine Objekte weiterhin gut auslasten und Mieten durchsetzen kann.
Der entscheidende operative Erfolgsmaßstab FFO1 sank jedoch um vier Prozent auf 91,5 Millionen Euro. Der Grund liegt ausschließlich in gestiegenen Zinsaufwendungen. Wer Fremdkapital aufnimmt, zahlt heute den Preis für jahrelange Nullzinspolitik und die damit verbundene Fehlallokation von Kapital.
Der Staat als Preistreiber
Finanzierungskosten sind keine Naturkatastrophe, sondern Folge von Geldpolitik und Regulierung. Solange der Staat über die EZB Liquidität steuert und gleichzeitig mit immer neuen Auflagen die Baukosten treibt, bleibt echtes organisches Wachstum für Bestandsvermieter schwer. Grand City Properties zeigt das exemplarisch: Die Mieteinnahmen laufen, die Zinslast frisst den Ertrag.
Die Immobilienbranche leidet nicht an fehlender Nachfrage, sondern an künstlich verteuertem Kapital und überbordender Bürokratie. Wer glaubt, die Lösung liege in weiteren Mietpreisbremsen oder Subventionen, verkennt die Ursache. Der Markt braucht weniger Eingriffe, nicht mehr.
Ausblick 2026: Moderates Wachstum, klare Ziele
Für 2026 erwartet das Unternehmen einen Anstieg der Nettomieteinnahmen von rund dreieinhalb Prozent und einen FFO1 zwischen 175 und 185 Millionen Euro. Das entspricht etwa dem Niveau des Vorjahres. Damit signalisiert Grand City Properties Stabilität – und gleichzeitig die Grenzen, die durch Finanzierungskosten gesetzt sind.
Investoren, die auf Bestandsimmobilien in Deutschland setzen, müssen diese Realität einpreisen: Solange Zinsen und Regulierung nicht sinken, bleibt der Fokus auf Effizienz und Mietsteigerung. Wer baut oder hält, schafft Wert. Wer reguliert, verteuert ihn.

