Grand City Properties hält trotz Ergebnisrückgang am Ausblick fest - Aktie fester

Nach den ersten drei Quartalen sei das MDAX-Unternehmen auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen, sagte Unternehmenschef Christian Windfuhr laut Konzernmitteilung vom Montag in Luxemburg.

Nachdem die Aktie zwischenzeitlich deutlich zulegen konnte, stieg sie bis Handelsende im Xetra-Handel nur noch um 0,19 Prozent auf 21,38 Euro. Die Unternehmensaussagen zum künftigen Wachstum der Mieteinnahmen seien vorsichtiger geworden, schrieb Analyst Thomas Rothäusler vom Analysehaus Jefferies in einer Studie. Dabei spiele auch der geplante Berliner Mietendeckel eine Rolle. So spüren Immobilienkonzerne in Berlin nach kräftigen Mietsteigerungen über Jahre hinweg besonders in Berlin starken Gegenwind.

Zwischen Januar und September stiegen die Miet- und Betriebseinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 418,5 Millionen Euro. Das operative Ergebnis FFO 1 ("Funds from Operations") legte um sieben Prozent auf knapp 160 Millionen Euro zu. Die Kennzahl gibt an, wie viel Geld dem Unternehmen aus dem laufenden Geschäft nach Abzug vor allem von Zinszahlungen und Steuern bleibt. Unter dem Strich stand im Berichtszeitraum ein Gewinn von 365 Millionen Euro, das waren rund 17 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dabei wirkte sich vor allem der geringer ansteigende Zuwachs bei der Immobilienbewertung aus.

Die rund 76 000 Wohnungen von Grand City Properties liegen überwiegend in Nordrhein-Westfalen sowie in Berlin, Dresden, Leipzig und Halle. Daneben ist die Gesellschaft auch in Metropolen wie München und Frankfurt vertreten und besitzt ein kleineres Portfolio in London. Anders als Konkurrenten wie Deutsche Wohnen und Vonovia setzt die Firma nicht auf den Bau von Wohnungen. Vielmehr ist Grand City darauf spezialisiert, sanierungsbedürftige Immobilien aufzukaufen, die Wohnungen zu renovieren und dann zu einem höheren Preis zu vermieten.

Im Berichtszeitraum mussten Mieter im Schnitt mehr zahlen als noch im Vorjahr. Dabei kostete der Quadratmeter im Mittel 6,6 Euro - ein Jahr zuvor waren es noch 5,85 Euro gewesen. Zudem profitierte Grand City Properties in den ersten neun Monaten von einem etwas geringeren Leerstand. Gleichzeitig änderte sich das Portfolio der Gesellschaft. So kaufte Grand City Immobilien im Wert von mehr als 400 Millionen Euro überwiegend in London hinzu. Im Gegenzug verkaufte das Unternehmen Immobilien, deren Wert mit 250 Millionen Euro um sechs Prozent über dem zuletzt taxierten Buchwert lag. Das Unternehmen habe bereits einen Vertrag für den Verkauf weiterer Immobilien unterzeichnet. Damit würden sich die Verkäufe auf einen Wert von rund 500 Millionen Euro summieren.

Für das laufende Jahr peilt Grand City Properties unverändert beim operativen Ergebnis FFO 1 einen Anstieg auf 211 bis 213 Millionen Euro an. Im Vorjahr hatte diese Kennziffer noch 198 Millionen Euro betragen. Die Aktionäre sollen für 2019 unverändert eine Dividende in Höhe von 0,82 bis 0,83 Euro je Aktie erhalten.

Beim größten Aktionär des Unternehmens, Aroundtown, stehen derweil größere Veränderungen an. Der Gewerbeimmobilien-Spezialist will mit dem Konkurrenten TLG IMMOBILIEN fusionieren. Beide Unternehmen hatten Ende Oktober mitgeteilt, dass sie sich auf die Eckpunkte einer Milliardenfusion geeinigt haben. Dabei ist vorgesehen, dass Aroundtown den TLG-Aktionären ein Übernahmeangebot machen wird, das noch in diesem Jahr vorgelegt werden soll.

Grand-City-Chef: Mietendeckel könnte Zukaufsmöglichkeiten eröffnen

Der Chef von Grand City Properties, Christian Windfuhr, sieht im Falle einer Umsetzung des Berliner Mietendeckels Geschäftsmöglichkeiten. Windfuhr hält das vom Berliner Senat geplante Einfrieren der Mieten für fünf Jahr für verfassungswidrig und stützt sich dabei auf Gutachten von Rechtsexperten. Sollte der Mietendeckel aber dennoch kommen, könnten sich Kaufgelegenheiten für sein Unternehmen ergeben, da die Begrenzung auch kleinere Privatvermieter treffen würde, glaubt er. So ist Grand City darauf spezialisiert, sanierungsbedürftige Immobilien aufzukaufen, die Wohnungen zu renovieren und dann zu einem höheren Preis zu vermieten. Grand City Properties selbst wird dem Manager zufolge wegen des geplanten Gesetzes keine Wohnungen verkaufen.

Mit Blick auf andere Regionen äußert sich Windfuhr entspannt. "Wir befürchten nicht, dass die Diskussion auf andere Bundesländer übertragen wird", sagte er im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Montag. In Berlin laufe das Geschäft zudem normal weiter - Grand City Properties erhöhe die Mieten, wenn dies opportun, bis der Mietendeckel komme.

Zukünftig kann sich Windfuhr auch eine weitere Expansion ins europäische Ausland vorstellen. "Es gibt andere Länder, die interessant sind", sagte der Firmenchef. Dazu zählten alle skandinavischen Länder, Benelux, Polen und die Niederlande. Allerdings müssten die Zukäufe die Kaufkriterien von Grand City erfüllen. Zudem will der Vermieter weiterhin als ein vorrangig deutscher Player gelten. Grand City besitzt bereits knapp 1900 Wohnungen in London und plant dort weitere Zukäufe.

Die rund 76 000 Wohnungen von Grand City Properties liegen überwiegend in Nordrhein-Westfalen sowie in Berlin, Dresden, Leipzig und Halle. Daneben ist die Gesellschaft auch in Metropolen wie München und Frankfurt vertreten.

/mne/knd/mis

LUXEMBURG (dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 18.11.2019 · 17:50 Uhr
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