Google investiert 15 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur in Finnland

Google hat angekündigt, in den nächsten zwei Jahren mindestens 13 Milliarden Euro (ca. $15 Milliarden) in Finnland zu investieren. Diese Investition umfasst Rechenzentren, saubere Energie und lokale Gemeinschaftsprojekte.
Das Unternehmen bezeichnete dies als die größte Einzelinvestition, die es jemals in Europa getätigt hat. Der Plan baut auf Googles bestehender Präsenz in Finnland auf, wo vor 15 Jahren eine ehemalige Papierfabrik in Hamina in ein Rechenzentrum umgewandelt wurde. Diese Anlage ist mittlerweile ein zentraler Bestandteil von Googles europäischem Cloud-Netzwerk. Die neue Investition wird das bestehende Zentrum erweitern und drei neue Rechenzentren in Kajaani, Muhos und Vaala hinzufügen.
Arbeitsplätze und wirtschaftliche Auswirkungen
Während der Bauphase, die bis 2028 läuft, sollen mehr als 37.000 Arbeitsplätze in Finnland unterstützt werden. Dies wird voraussichtlich jährlich 3,6 Milliarden Euro (ca. $4,1 Milliarden) zum Bruttoinlandsprodukt des Landes beitragen. Etwa 16.000 dieser Arbeitsplätze werden direkt im Bauwesen entstehen, was in diesem Sektor allein ein geschätztes jährliches Einkommen von 911 Millionen Euro (ca. $1 Milliarde) generieren soll.
Sobald die Standorte in Betrieb sind, erwartet Google, dass sie rund 7.000 dauerhafte Arbeitsplätze schaffen werden, darunter Ingenieure, Techniker, Sicherheitspersonal und Catering-Mitarbeiter. Die durchschnittliche Bezahlung soll etwa 24% über dem finnischen Durchschnittslohn liegen.
Zusätzlich investiert Google 31 Millionen Euro (ca. $35,5 Millionen) in Gemeinschaftsprogramme in Hamina, Kajaani, Muhos und Vaala. Dazu gehören KI-Schulungen für mehr als 4.400 Arbeiter in Zusammenarbeit mit lokalen Hochschulen sowie neue Ausbildungsplätze für 100 finnische Studenten, die eine Karriere in Rechenzentren anstreben. 10 Millionen Euro (ca. $11,5 Millionen) dieses Fonds sind speziell für lokale Forschungs- und Innovationsprojekte vorgesehen.
Energieverträge als Grundlage der Expansion
Ein wesentlicher Teil der Ankündigung betrifft die Energieversorgung. Google hat einen 22-jährigen Vertrag mit dem finnischen Energieunternehmen Fortum abgeschlossen, um die Lebensdauer des Kernkraftwerks Loviisa zu verlängern, das derzeit etwa 10% des finnischen Stroms liefert und rund 580 Mitarbeiter beschäftigt.
Darüber hinaus erweitert Google die Kapazität für Onshore-Windenergie und hat ein 94-Megawatt-Batteriesystem in der Nähe seines Standorts in Kajaani in Auftrag gegeben, das Ende 2027 in Betrieb gehen soll. Dieses System soll das Netz in Zeiten stabilisieren, in denen die Nachfrage bei kaltem, windarmem Wetter steigt.
Google arbeitet zudem mit dem finnischen Netzbetreiber Fingrid und der Agentur Business Finland zusammen, um zukünftige Rechenzentrumsstandorte in Bezug auf die Netzkapazität zu planen. Dieses Vorgehen wird als Modell für den verantwortungsvollen Ausbau der KI-Infrastruktur in Europa angesehen.
Warum Finnland und warum jetzt?
Finnlands kühles Klima und das weitgehend kohlenstoffarme Stromnetz machen das Land zu einem zunehmend beliebten Ziel für Investitionen in Rechenzentren. Auch Microsoft und ByteDance haben in den letzten Jahren ähnliche Projekte in Finnland verfolgt, angelockt durch die Vorteile bei Kühlung und Energie.
Für Google passt das Timing zu dem breiteren Wettlauf um KI-Infrastruktur unter den großen Cloud-Anbietern, die alle ihre Rechenkapazitäten erweitern, um KI-Produkte wie Googles Gemini zu unterstützen. Ruth Porat, Chief Investment Officer von Google, erklärte, das Unternehmen sei stolz darauf, seine Wurzeln in Finnland mit seiner größten Einzelinvestition in Europa zu vertiefen.

