Glyphosat-Rechtsstreit wird für Bayer eventuell noch teurer - Bayer-Aktie dennoch fester

Mit dem Geld sollen etwaige Ansprüche von künftigen Klägern befriedigt werden, für den Fall, dass der Konzern mit seiner Berufung vor dem Obersten Gerichtshof der USA scheitern sollte, teilte das Unternehmen in Leverkusen mit.

"Wir wollen damit gegenüber unseren Investoren deutlich machen, dass die Risiken des Glyphosat-Rechtstreits angemessen in der Bilanz abgebildet sind und sich die finanzielle Lage durch eine vorteilhafte Entscheidung des Supreme Courts sogar signifikant besser darstellen kann", sagte Vorstandschef Werner Baumann. "Für unser Unternehmen, unsere Eigentümer und unsere Kunden ist es wichtig, dass wir nach vorne blicken und die Unsicherheit der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten hinter uns lassen können."

Im August will Bayer den Fall Hardemann dem Supreme Court vorlegen und rechnet sich eigentlich gute Chancen aus, dort Recht zu bekommen, nachdem dies vor kalifornischen Gerichten nicht gelungen war. Vor allem will Bayer erreichen, dass der Konzern auf US-bundesstaatlicher Ebene nicht für einen fehlenden Gefahrenhinweis verantwortlich gemacht werden kann, der durch Bundesrecht verboten ist.

Bayer war im Frühjahr mit dem Versuch gescheitert, eine rechtssichere Lösung für zukünftige Glyphosat-Schadensersatzklagen mit einem Richter in Kalifornien auszuhandeln.

Überdies kündigte Bayer an, ab 2023 in den USA keine Unkrautvernichter mit dem Wirkstoff Glyphosat mehr verkaufen zu wollen. Dieser Schritt diene der Herstellung von Rechtssicherheit.

Bayer will keine Glyphosat mehr an Privatkunden in den USA verkaufen

Bayer wird den angesichts zehntausender Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken im Fokus stehenden Unkrautvernichter Glyphosat perspektivisch nicht mehr an Privatkunden in den USA verkaufen. Bayer hatte den Schritt bereits im Mai in Aussicht gestellt, um das Risiko künftiger Klagen zu reduzieren. Die Glyphosat-basierten Produkte im US-Privatkundenmarkt würden durch Produkte mit neuen Formulierungen ersetzen, teilte Bayer am Donnerstagnachmittag in Leverkusen mit. Der genaue Zeitpunkt hänge von der Genehmigung durch die Behörden ab. "Dieser Schritt ist ausschließlich der Minimierung von Rechtsrisiken geschuldet und reflektiert in keinerlei Hinsicht etwaige Sicherheitsbedenken", betont Bayer.

Die Aktien von Bayer sind am Donnerstag nach Aussagen zum Glyphosat-Rechtsstreit kurz auf ein Tageshoch gestiegen, dann aber schnell unter Druck geraten und minimal ins Minus gerutscht. Später notierten die Papiere via XETRA wieder deutlich erholt 1,4 Prozent im Plus bei 51,21 Euro.

FRANKFURT (Dow Jones / dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 29.07.2021 · 16:29 Uhr
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