Glücklich oder ängstlich? Diese Gefühle erkennt Amazons Gesichtserkennungssoftware

• Entwickler können die Genauigkeit von Rekognition verbessern
• Software erkennt eine weitere Stimmung
• Sorgen um Überwachung und Verletzung der Privatsphäre

Die Erkennungssoftware Rekognition kann zur Gesichtserkennung, -ermittlung und -analyse oder Stimmungsanalyse für die Bild- und Videoanalyse genutzt werden. Die Software wird von Amazon Web Services (AWS) für Entwickler zur Verfügung gestellt. Sie nutzt künstliche Intelligenz, um aus den verarbeiteten Daten zu lernen.

Amazon erkennt jetzt auch Angst

Nun gab Amazon bekannt, dass das Unternehmen unter anderem die Genauigkeit und Funktionalität seiner Gesichtsanalyse verbessern konnte. "Die Gesichtsanalyse generiert Metadaten zu erkannten Gesichtern in Form von Geschlecht, Altersbereich, Stimmung, Attributen wie 'Lächeln', Gesichtsposition, Gesichtsbildqualität und Gesichtsmerkmalen", erklärt Amazon in einem Blog-Post. Unternehmen wie Microsoft, Affectiva und Kairos arbeiteten, wie CNBC berichtet, mit an der Entwicklung, bei der Wissenschaftler versuchten, die Emotionen von Menschen zu lesen, indem sie Gesichtszüge, Bewegungen, aber auch die Stimme und weitere Merkmale analysierten. Die Geschlechteridentifikation, die Stimmungserkennung, als auch die Altersbereichseinordnung sollen mit der neuen Version jetzt genauer arbeiten. Zusätzlich zu den Stimmungen "fröhlich", "wütend", "überrascht", "angeekelt", "gleichmütig" und "irritiert", solle das System außerdem nun auch "Angst" erkennen können.

Obwohl die Mimik, die Stimme und weitere Faktoren klar mit Emotionen korrelieren, gebe es dennoch zum Beispiel situationsbezogene, als auch kulturelle Unterschiede. Es sei, wie Forscher warnten, daher "nicht möglich, sicher Freude von einem Lächeln, Wut von einem mürrischen Gesichtsausdruck, oder Trauer von einem finsteren Blick abzuleiten".

Angst vor Überwachung

Da Rekognition, laut CNBC, bereits bei Strafverfolgungsbehörden eingesetzt wurde und von einem Verkaufsgespräch mit der U.S. Immigration and Customs Enforcement, der Polizei- und Zollbehörde des Ministeriums für Innere Sicherheit, berichtet wurde, gab es nicht nur positive Stimmen zu der Software. Kritiker befürchten, dass die Gesichtserkennungssoftware zur Überwachung eingesetzt werden könnte und sehen darin eine Gefahr für die Privatsphäre der Bürger. Sie forderten Amazon bereits mehrfach dazu auf, die Software nicht mehr an staatliche Stellen zu verkaufen. Amazon Web Services erklärte dagegen, dass Rekognition von Organisationen genutzt werde, die mit Strafverfolgern zusammenarbeiten, um Verbrechensopfer zu verteidigen.

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[finanzen.net] · 16.08.2019 · 07:15 Uhr
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