Ghanas Inflation springt wegen Ölschock wieder an — Die Zentralbank sollte abwarten

Ölpreissprung trifft Verbraucher direkt
Ghanas Inflationsdaten für August zeigen den klassischen Übertragungsmechanismus: Die durch den Iran-Krieg getriebenen höheren globalen Ölpreise haben die Transport- und Energiekosten in die Höhe getrieben und die jährliche Rate wieder in eine Aufwärtsspirale gedrückt. Kein noch so feines nationales Feintuning kann einen derartigen externen Schock dieser Direktheit neutralisieren.
Die Linie bei den Zinsen halten
Eine Zentralbank, die mit importierter Inflation konfrontiert ist, hat eine einzige Aufgabe: Sekundäreffekte zu verhindern. Eine Zinssenkung würde den ölgetriebenen Preisimpuls jetzt lediglich verstärken, indem sie Kredite verbilligt, obwohl die Kostenbasis bereits steigt. Die einzig richtige Reaktion ist, die Leitzinsen dort zu belassen, wo sie sind, bis der externe Druck entweder nachlässt oder durch klare Deflationsimpulse an anderer Stelle kompensiert wird.
Das Kapital wird die Disziplin bewerten
Investoren preisen Stabilität ein, nicht Gesten. Ghanas Entscheidung, die Zinsen zu halten, wird als Signal gewertet, dass die Behörden den Unterschied zwischen der Steuerung der inländischen Nachfrage und unvermeidbaren globalen Kostenschocks verstehen. Diese Klarheit ist für langfristiges Kapital mehr wert als jede kurzfristige Wachstumszahl.

