Mannheim (dts) - Carolin Müller-Spitzer vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) stellt teilweise eine "reflexhafte Abwehr" fest, wenn es um das Thema Gendern geht - selbst unter Sprachexperten. "Es gibt auch in Teilen der Wissenschaft die Angst, man greife durch das Gendern zu sehr ins ...

Kommentare

(39) nierenspender · 27. November 2020
@37 ich denke nicht mal bei "der Bäcker" an einen Mann, sondern an einen Ofen voll Brötchen...
(38) Wawa666 · 27. November 2020
@36 Für manche weckt das Wort schon miese Erinnerungen, ich glaube, das ist das Problem. Wer als Kind regelmäßig als "blöder Neger" o.ä. beschimpft wurde, kann das Wort wahrscheinlich einfach nicht mehr hören, egal, in welchem Zusammenhang. @37 Ich denke bei "der Mensch" (ohne Kontext) als allererstes an diese Standard-Körperumrisszeichnung aus dem Biobuch, wo man sämtliche Organe mit Bezeichnung sieht ;) Aber das ist wohl eine persönliche Macke.
(37) Annabell67 · 27. November 2020
Lasst uns doch wieder auf das Ursprungsthema zurückkommen.... Wer von Euch denkt bei dem maskulinen Wort "der Mensch" automatisch an einen Mann? Als Frau denke ich natürlich oft an Männer... ;-) Aber bei "der Mensch" kommt es mir wirklich nicht in den Sinn, automatisch dies mit "Mann" zu assoziieren.
(36) Devil-Inside · 27. November 2020
@33: Ich bezeichne doch keine Menschen als Neger. Es geht um das Lebensmittel. Und da frage ich also: WEN beleidige ich damit? Das sind doch 2 Parr Schuhe, von denen da die Rede ist. Weil sich Menschen, zu Recht beleidigt fühlen, wenn sie Neger genannt werden, muss doch das Wort selbst nicht per SE aus dem Sprachgebrauch verschwinden, wenn es in völlig anderem Kontext und in Wortkombination gebraucht wird, und etwas völlig harmloses beschriebt.Das ist Übertragbar auf Berufbezeichnungen-hier.
(35) nierenspender · 27. November 2020
@30 weil die Feministinnen dann Ruhe geben...
(34) Wawa666 · 26. November 2020
Nicht missverstehen, ich gehöre nicht zur "Hieß immer so, muss immer so bleiben!"-Fraktion. Ich bin sehr dafür, eine Wortwahl zu überdenken, wenn manche Menschen sie kritisieren. Wollte nur drauf hinweisen, dass es auch bei dem Wort verschiedene Meinungen von Betroffenen gibt, die sich sehr unterscheiden. Eindeutigkeit gibt es auch da nicht. Am Sinnvollsten wäre es wohl, die individuelle Meinung eines Betroffenen zu respektieren, wenn man mit ihm spricht.
(33) Wawa666 · 26. November 2020
@32 Ich benutze "Neger" auch nicht, weil manche Leute sich davon beleidigt fühlen (das reicht mir,Höflichkeit ist mir wichtig) - aber so eindeutig, wie in den Medien meist dargestellt, ist es auch mit dem Wort nicht. Einige dunkelhäutige Menschen finden es beleidigend, andere wieder nicht, auch da gibts unterschiedlichste Meinungen (anders als beim englischen "nigger", das schon immer nur ein Schimpfwort war, war "Neger" ursprünglich die wertneutrale Ableitung von lateinisch "niger" = "schwarz")
(32) tastenkoenig · 26. November 2020
Nun, viele Menschen, die im Alltag gelegentlich "Neger" genannt werden, fühlen sich davon durchaus beleidigt. Und während man beim Gendern sicherlich über das Für und Wider diskutieren kann, fällt bestimmt keinem ein Zacken aus der Krone, auf diesen Begriff künftig zu verzichten. Es sei denn, man *will* diese Menschen beleidigen.
(31) Devil-Inside · 26. November 2020
@30: Das liegt eben daran, dass normale Leute wie du nicht gefragt werden. Es wird einfach davon ausgegeangen, dass du dich gedemütigt fühlst und es dir besser gehen muss. Eben das gleiche ist mit den Worten Dickmann, Negerkuss usw. WEN beledigt es bitte, wenn ein Nahrungsmittel!! so benannt ist? Es wird keine Person so gerufen, weil das auf der Verpackung steht?!
(30) Annabell67 · 26. November 2020
@16 Warum alles "verweiblichen"?? Ich bin eine Frau. Aber warum vom Maskulinum alles ins Femininum übertragen? So wären dann die Männer ausgeklammert (immerhin ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung)? Dann lassen wir es lieber so, wie es ist. Mich als Frau hat es noch nie gestört, zum "Kundenberater" zu gehen oder im "Patientenbereich" zu warten. Auch hatte ich kein Problem damit, dass zur "Lehrersprechstunde" dann eine Lehrerin dort saß...
(29) Wawa666 · 26. November 2020
@25 Aus der Sicht gibts eh Kritik: Für Leute, die gut Deutsch können, mag es lästig sein. Für Ausländer/Sprachanfänger, die die Sprache noch nicht gut können, wird es deutlich schwieriger. Und Vorleseprogramme für Sehbehinderte stolpern auch über die Schreibweisen mit Sonderzeichen (wobei sich das technisch vermutlich überarbeiten ließe). Ob es gut ist, einer Gruppe entgegen zu kommen, dafür aber wieder anderen was zu erschweren? Wie gesagt: Wieso nicht Vereinfachung statt Verkomplizierung?
(28) Wawa666 · 26. November 2020
@24 Eine These ist, dass Mädchen bestimmte Berufe nicht ergreifen würden, weil sie glauben, das sei "Jungskram", weil man kaum von Frauen in dem Beruf hört und eben nur die generische ("maskuline") Form benutzt. Entspricht nicht meiner Erfahrung. Schon in meiner Jugend war es so, dass jeder seine Interessen hatte und demnach studiert hat, was er oder sie wollte - egal ob als Mann Pädagogik oder als Frau Physik. Mehr Geschlechterbetonung statt weniger halte ich nicht für sinnvoll.
(27) Wawa666 · 26. November 2020
@23 Genau darum habe ich das Beispiel gewählt. Bei Grundschullehrern denkt man an Frauen, auch ohne weibliche Endung. Prägt also die Form des Wortes den Gedanken an das Geschlecht der Leute, oder die Lebenserfahrung? Was, wenn man nun statt der Form des Wortes die Erfahrung ändert, wie in Kommentar 3 geschrieben? Auch beim Astronauten wird man an Frauen und Männer denken, wenn man viel von Frauen und Männern, die Astronaut sind, hört/liest.
(26) michifritscher · 26. November 2020
Naja, kommt neben dem Adblocker eben noch ein Genderblocker auf die Kiste. Kein Scherz: <link>
(25) michifritscher · 26. November 2020
@23: Ich will eben _nicht_ stolpern oder abgelenkt werden, wenn ich einen Text lese. Gegen solche aufmerksamkeitserhaschenden Maßnahmen habe ich eine grundsätzliche und massive Aversion. Bis dahin, dass mein Hirn daraus quasi automatisch ein "ach, die armen unterrepräsentierten Frauen, denen es ja soooo schlecht geht" (also massiv lächerlich) macht. Wenn ein Text sowas macht wertet es für mich den kompletten Text komplett ab, bis dahin dass er nicht weiter gelesen in die Tonne kommt.
(24) nierenspender · 26. November 2020
@22 @23 aber was ist denn am Ende der Erfolg? Ich denke so richtig bewusst gar nicht an bestimmte Geschlechter wenn ich ne Berufsbezeichnung höre, aber selbst wenn, wo wäre der Vor-/Nachteil an das eine oder andere oder beide Geschlechter zu denken? In meiner Lebenspraxis kommt so was irgendwie nicht vor. Brauch ich nen Handwerker/Arzt/Therapeuten o.ä. schau ich in der Umgebung welche Firma/Praxis es da gibt und evtl. noch wie die bewertet sind. Wer da arbeitet ist mir doch völlig egal.
(23) tastenkoenig · 26. November 2020
@22 Deine Beispiele sind nun sehr weiblich geprägte Berufsgruppen, da kommt man tatsächlich von alleine drauf. Bei nicht so eindeutig geprägten Gruppen bedarf es nach meiner (auch Eigen-)Wahrnehmung gelegentlich einer Erinnerung. Die kann durch das Gendern erreicht werden - für andere Vorschläge bin ich offen.
(22) Wawa666 · 26. November 2020
@21 Da stelle ich mir eben die Frage, woran es liegt. Ob wirklich an Wortendungen oder an der Macht der Gewohnheit. Denkst Du bei "die Grundschulpädagogen streiken" oder "die Gewerkschaft der Altenpfleger" ausschließlich an Männer?
(21) tastenkoenig · 26. November 2020
Für mein Sprachgefühl sind insbesondere die modernen Formen des Genderns oft genug ein Stolperstein. Aber ich stolpere in diesem Kontext gerne. Die Hirnforschung zeigt, dass mitgemeint noch lange nicht mitbedacht heißt.
(20) nierenspender · 26. November 2020
@18 das Problem bekommen wir 10 Jahre nachdem alles ordentlich getrennt ist und eine der Geschlechtsformen irgendwie abwertend genutzt wird, dann führen wir alles wieder auf ne gleiche Form zusammen.
(19) nierenspender · 26. November 2020
@15 dazu fehlt dann die Lobby denke ich, sind einfach zu wenige "andere"
(18) Wawa666 · 26. November 2020
...Nennung als Frau wichtig, mir total egal (Berufsname bedeutet für mich technische Kategorie, nicht Person). Da gibt es so viele Meinungen. In englischen Ländern findet man übrigens grad frauenspezifische Formen (waitress, actress) diskriminierend. Hintergedanke: "Wieso actress? Wieso das Geschlecht betonen? Kann eine Frau etwa kein gleichwertiger actor sein wie die männlichen Kollegen?" Alles eine Frage der Sichtweise.
(17) Wawa666 · 26. November 2020
@15 Ich frag mich halt: Macht Verkomplizierung der Sprache Sinn (Menschen tendieren nachgewiesen bei Sprachwandel immer zu Verkürzung/Vereinfachung)? Es gibt so viele Identitäten, wenn die alle sprachlich sichtbar gemacht werden (ohne Schublade "Rest"), werden Wortreihen endlos lang. Und man wird nie allen gerecht. Meine Idee daher: Grammatisches und Personengeschlecht trennen und nur eine generische grammatikalische Form (egal, welche)? Das Problem, es wird nie allen gefallen. Dir ist die...
(16) nierenspender · 26. November 2020
Mir wäre auch Recht wie es @1 @3 oder @7 meinen. Geschlecht raus aus der Sprache, alles verweiblichen (was aber die diversen auch außen vor lässt) oder es so lassen wie es ist. Aber die Texte mit "Mitarbeiter-/innen", "Mitarbeiter_innen" oder "Mitarbeiter*innen" (alles schon gelesen) finde ich wirklich furchtbar zu lesen und auch zu hören. Und wie @14 schon sagt werden die diversen damit auch nicht ausreichend gewürdigt. @13 Im Netz vielleicht und in der Stadt, aber aufm Land in Umgangssprache?
(15) Hannah · 26. November 2020
@14: Vielleicht können wir nicht alles auf einmal erreichen. Ich persönlich bin schon froh, wenn ich als Frau wahrgenommen und angesprochen werde. Ja, es gibt auch Menschen, die weder Mann noch Frau sind. Aber wenn wir erstmal die Frauen sichtbar gemacht haben, könnte doch danach das nächste Problemfeld angepackt werden?
(14) Wawa666 · 26. November 2020
@13 Was das Reflexhafte betrifft, genau das hab ich bei den Kommentaren hier auch schon gedacht (ebenso bestätigte sich ja auch meine Vermutung, dass man Intersexuelle mit in den Topf wirft). Ich persönlich sehe eins kritisch: Werden Leute, die nicht eindeutig Mann oder Frau sind, bei Schreibweisen mit Unterstrich oder Stern nicht auch wieder bloß mitgemeint statt direkt genannt? Bleiben doch Schubladen: Mann, Frau, und Sternchen = "der Rest". Auch das Wort "divers" sagt eigentlich nur: Rest.
(13) Hannah · 26. November 2020
" stellt teilweise eine "reflexhafte Abwehr" fest, wenn es um das Thema Gendern geht" ... sieht man bestens an den Kommentaren hier. Aber die Leute, die sich aufregen, werden es doch nicht verhindern können. Immer mehr Menschen gendern, und die "die anderen sind doch mitgemeint!"-Fraktion wird immer kleiner. Ich bin zuversichtlich, dass eine gendergerechte Sprache irgendwann normal erscheint und damit die Verweigerer nicht mehr die Norm sind. Also einfach abwarten.
(12) Wawa666 · 26. November 2020
@11 "Wir" werden belächelt? Deutschland? Wo denn? Die Gendersprachthematik gibt es weltweit, in einigen Ländern noch viel heftiger als hier (abgesehen von Entwicklungsländern, wo man wegen Krieg und Hunger grad dringendere Themen hat). Über den Sinn kann man sich streiten, aber ein typisch deutsches Thema ist es nicht.
(11) murle · 26. November 2020
Den Menschen ist wohl echt zu langweilig daß sie sich mit sowas auseinander setzen. Im Ausland werden wir nicht umsonst dafür belächelt. Haben wir nicht wichtigere Probleme?
(10) Wawa666 · 26. November 2020
@7 Da fragst du die falsche Person. Ich bin für das generische Maskulinum, weil Grammatik und Personengeschlecht meines Erachtens nicht übereinstimmen müssen (es heißt auch "das Mädchen", trotzdem ist es weiblich). Lies meinen Kommentar unter Nr. 3, da habe ich schon geschrieben, was ich dazu denke. Was das nun mit "Negerkuss" zutun hat, weiß ich nicht. Da geht es um ein Wort, das heute als beleidigend gilt (kann man auch debattieren) und man daher nicht mehr nutzen will.
(9) Wawa666 · 26. November 2020
@6 "Divers" dürfen in Deutschland nur Intersexuelle (früher sagte man "Zwitter") im Ausweis stehen haben. Diese armen Leute werden so geboren, da muss man sich nicht drüber lustig machen. Normalerweise sehen sie sich entweder als Mann oder Frau, da braucht man kein Extrawort. Manche sehen sich als beides oder dazwischen, was ja körperlich auch stimmt, da sollte man halt über ein angemessenes Wort nachdenken bzw die Leute fragen. "Männerinnen"/"Frauinnen" habe ich in dem Kontext noch nie gehört.
(8) 00Eraser00 · 26. November 2020
Ich schreibe einfach nur noch "Sehr geehrte kohlenstoffbasierte Lebensform"... Den Großteil von diesem Genderkram halte ich für sinnlosen Schwachfug, denn was soll das ändern? Richtig gar nichts, außer dass ich jetzt am Anfang vom Text ein Zusatz einfüge, dass mit dem generischen Maskulin alle Geschlechter gemeint sind.
(7) Devil-Inside · 26. November 2020
@5: Und warum muss jedes Wort immer und überall nun verqeuert werden, nur um es einigen wenigen Gerecht zu machen? Wenn man mal die Demografische Verteilung anschaut: Gibts mehr Männer oder Frauen in Deutschland? Damit wäre doch ganz einfach: Je nach Verteilung wird eben alles verweiblicht, und die männliche Form aus dem Duden gestrichen. Schwubbs ists den Frauenrechtlern doch recht...Diese Diskussion ist doch genauso nonsens wie die um den Mohrenkopf, Negerkuss und die Mohrenapotheke...
(6) Devil-Inside · 26. November 2020
Dann muss man ja um den Diversen gerecht zu werden auch Männerinnen und Frauinnen schreiben?
(5) Wawa666 · 26. November 2020
@4 Diese Beispiele (oder irgendwelche angeblich weiblichen Formen von unbelebten geschlechtlosen Gegenständen a la "Hutständer*innen") kommen interessanterweise immer bloß von Kritikern, die sich nie genauer mit dem Thema befasst haben. Real benutzt das (außer paar sehr Speziellen) niemand, auch kein Befürworter. Und: "Leute" hat ja nichtmal einen Singular.
(4) Annabell67 · 26. November 2020
Was meint Ihr zu "Mensch*innen" oder "Leute*innen"...?? ;-)
(3) Wawa666 · 26. November 2020
Und würden Leute bei "Arzt" oder "Astronaut" noch immer an Männer denken, wenn es lauter Kinderbücher mit "Anna ist Arzt", "Lisa ist Astronaut" (im generischen Maskulinum) gäbe? Kommt es nicht eher auf die Gewohnheit an, als auf die Wortendung?
(2) Wawa666 · 26. November 2020
Die reflexhafte Abwehr sehe ich auch oft (gern auch alles wirr zusammengeworfen, Sprache, Transsexuelle, Intersexuelle, gender mainstreaming, obwohl es nichts miteinander zutun hat, außer, dass es um Geschlecht geht). Halte es nie für gut, reflexhaft (also ohne Nachdenken) zu urteilen. Meine Gedanken: Ist es echt geschlechtergerecht, mit * oder _ eine Kategorie "der ganze Rest" aufzumachen?
(1) michifritscher · 26. November 2020
Tja, muss sein Porjekt ja auch verteidigen... Und ja, bei Vollmurks muss man ablehnend sein. Das einzig vernünftige wäre das Geschlecht aus der Sprache komplett rauszuhauen.
 
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