Geopolitische Spannungen bremsen Wall Street – Ölpreise und Inflationsrisiken dominieren

Wall Street ignoriert Friedensgerüchte
Signale aus Pakistan über mögliche Verhandlungen zwischen Washington und Teheran haben die großen US-Indizes nicht ins Plus katapultiert. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 beendeten den Handelstag allesamt im Minus. Der Dow Jones rutschte um 0,34 Prozent auf 53.791,85 Punkte, der S&P 500 verlor 0,32 Prozent auf 7.728,20 Zähler, und der Nasdaq 100 gab 0,33 Prozent nach und schloss bei 29.525,48 Punkten.
Alphabet-Aktien im freien Fall
Unter den „Magnificent 7“ stach Alphabet besonders negativ hervor. Die A-Aktien des Suchmaschinenkonzerns fielen um 3,8 Prozent und führten die Verliererliste an. Die Technologiewerte litten unter der allgemeinen Risikoaversion, die geopolitische Unwägbarkeiten auslösen.
Ölpreise drehen wieder ins Plus
Verteidigungsminister Khawaja Asif hatte mit Aussagen über eine mögliche Einigung zwischen USA und Iran zunächst für Entspannung gesorgt. Die Ölpreise reagierten darauf mit Abschlägen, drehten jedoch im Handelsverlauf wieder ins Plus. Historische Erfahrungen zeigen: Solche Signale haben in der Vergangenheit häufig zu Enttäuschungen geführt.
Versorgungsstörungen bis Ende 2026
Die US-Regierung rechnet mit anhaltenden Unterbrechungen der Ölversorgung durch den Iran-Konflikt in Höhe von rund 600.000 Barrel pro Tag bis Ende nächsten Jahres. Die Straße von Hormus bleibt ein neuralgischer Punkt – und damit auch die Lieferketten, die über diese Meerenge laufen.
Inflationsrisiken belasten den Markt
Steigende Ölpreise schüren die Sorge vor einer neuen Inflationswelle. Die am Mittwoch erwarteten US-Verbraucherpreisdaten für Juli werden mit Spannung erwartet – Analysten prognostizieren ein leichtes Absinken auf 3,4 Prozent. Eine mögliche Zinserhöhung der Fed im laufenden Jahr gilt damit als unwahrscheinlich, zumal auch der schwache US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag die Erwartungen gedämpft hatte.
Was Anleger daraus lernen
Geopolitische Risiken können Märkte innerhalb von Stunden umkrempeln. Solange die Ölversorgung über die Straße von Hormus unsicher bleibt und die Inflationsdaten keine klare Entwarnung liefern, bleibt der Spielraum für eine nachhaltige Rallye eng.

