Geopolitik schlägt zu: US-Börsen unter Druck – KI-Aktien stemmen sich gegen den Trend

Nahost-Krise trifft Wall Street
Die Märkte haben am Montag klar gemacht, was sie von Trumps Drohungen halten. Der Dow Jones verlor 0,51 Prozent und schloss bei 53.459,78 Punkten, der S&P 500 gab 0,52 Prozent nach und landete bei 7.745,06. Der Nasdaq 100 hielt sich etwas besser, rutschte aber immerhin um 0,17 Prozent auf 29.995,38 ab.
Trump hat keine Eile, den Krieg mit dem Iran zu beenden. Stattdessen will er die Straße von Hormus übernehmen und hat dem Oman mit Bombardierung gedroht, falls das Sultanat sich einmischt. Das ist keine leere Drohung – es geht um die wichtigste Ölschifffahrtsroute der Welt.
Die Kämpfe im Libanon sind wieder aufgeflammt. Israel hat schwere Luftangriffe auf Hisbollah-Stellungen geflogen, nachdem die Miliz die sogenannte Sicherheitszone im Süden angegriffen hat. Das ist die schwerste Eskalation seit dem US-vermittelten Rahmenabkommen vom Juni 2024.
KI-Werte stemmen sich gegen den Abwärtstrend
Während die geopolitischen Risiken die breite Masse drücken, zeigen die KI-Werte, was wirklich zählt: Technologie, die Geld verdient. Anthropic, direkter Rivale von OpenAI, hat starke Umsatzsignale geliefert und damit die Hoffnung der Anleger befeuert, dass die Milliarden-Investitionen in KI sich irgendwann auszahlen.
Micron, Sandisk, Western Digital und Marvell Technology legten zwischen 4,1 und 8,9 Prozent zu. Das ist kein Zufall – es sind genau die Unternehmen, die von der KI-Nachfrage nach Speicher- und Rechenkapazität profitieren.
Einzelne Verlierer
Nike ist auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren gefallen und verlor 4,0 Prozent. UBS-Analyst Jay Sole hat die Preise auf dem Sneaker-Zweitmarkt analysiert – sie fallen seit drei Monaten. Das ist kein temporärer Dämpfer, sondern ein strukturelles Problem.
L3Harris rutschte um 4,6 Prozent ab. Der CEO musste gehen, weil er gegen den Verhaltenskodex des Rüstungskonzerns verstoßen hat. Bei einem Unternehmen, das von Steuergeldern lebt, ist so etwas besonders peinlich.
Constellation Brands verlor 6,2 Prozent, nachdem Berkshire Hathaway seine Beteiligung verkauft hat. Warren Buffett räumt auf – und die Analysten senken ihre Kursziele. Das ist ein klares Signal: Das Unternehmen hat seinen Höhepunkt überschritten.
Fazit
Die Märkte reagieren auf das, was sie sehen: Geopolitische Risiken steigen, während die Technologieunternehmen beweisen, dass sie unabhängig davon Geld verdienen können. Wer in diesem Umfeld nicht liefert, wird gnadenlos abgestraft.

