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Gender Pay Gap: Island sagt der Ungerechtigkeit den Kampf an

Das kleine Land Island hat es in letzter Zeit das ein oder andere Mal von sich reden gemacht. Erst wählten die Einwohner eine 41-jährige Umweltschützerin als Premierministerin, und nun ist Island das erste Land der Welt, in dem die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern für die gleiche Arbeit gesetzlich verpflichtend ist. Das Land will so die sogenannte Gender Pay Gap beseitigen, also die strukturelle Ungleichbehandlung von Männern und Frauen in Gehaltfragen.

Per Gesetz gegen den Gender Pay Gap

Das World Economic Forum (WEF) bewertete Island bereits mehrmals als eines der weltweit fortschrittlichsten Länder, wenn es um die Gleichbehandlung der Geschlechter geht. Aber trotz entsprechender Maßnahmen gelang es bisher nicht, die Gender Pay Gap zu schließen.

„“The legislation is basically a mechanism that companies and organisations … evaluate every job that’s being done, and then they get a certification after they confirm the process if they are paying men and women equally. It’s a mechanism to ensure women and men are being paid equally“, erklärt Dagny Osk Aradottir Pind von der Icelandic Women’s Rights Association das Gesetz.

Lohngerechtigkeit in Gesetzesform

Das Gesetz erfordert, dass Unternehmen mit mindestens 25 Mitarbeitern ein Zertifikat erwerben, dass bestätigt, dass Frauen und Männer in gleichen Positionen gleich bezahlt werden. Wenn dies nicht der Fall ist, können Bußgelder verhängt werden.

„Women have been talking about this for decades and I really feel that we have managed to raise awareness, and we have managed to get to the point that people realise that the legislation we have had in place is not working, and we need to do something more“, so Aradottir Pind weiter.

In einem Post im WEF-Forum erklären Magnea MarinósdóttirRósa Erlingsdóttir vom isländischen Sozialministerium, dass Gleichberechtigung von Männern und Frauen nicht von alleine komme, sondern Werkzeuge wie auch die Gesetzgebung genutzt werden müssen, um dieses Ziel zu erreichen.

Island ist bei der Gender-Gerechtigkeit weltweit führend

Island führt im Jahr 2017 wiederholt den Index des Gender Gap Report 2017 an, gefolgt von Norwegen und Finnland. Deutschland liegt auf Platz 12. Der unbereinigte Gender Pay Gap beträgt in Deutschland 21 %, was bedeutet, das Frauen in Deutschland im Schnitt etwa ein Fünftel weniger verdienen als Männer. Dabei bleiben aber der Umfang der Beschäftigung, die Verteilung auf unterschiedliche Branchen und Berufsgruppen ebenso unberücksichtigt wie etwa die Berufserfahrung, die Position oder die Ausbildung.

Wenn diese Dinge berücksichtigt werden, ergibt sich der bereinigte Gender Pay Gap, der eine Aussage darüber zulässt, ob Männer und Frauen in gleicher Position gleich bezahlt werden. Dieser Wert liegt in Deutschland immer noch bei etwa 6 Prozent. Auf die Gender Pay Gap folgt die Gender Pension Gap: Frauen bekommen in Deutschland im Schnitt 53 Prozent der Rente von Männern.

Die Debatte um den Gender Pay Gap ist komplex. Feststellen lässt sich aber, dass wir hierzulande von echter Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern noch ein gutes Stück entfernt sind. Ob Maßnahmen wie das in Island beschlossene Gesetz geeignet sind, die Gender Pay Gap zu schließen, wird sich zeigen müssen.

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Trend Nachrichten / Gleichberechtigung
[trendsderzukunft.de] · 03.01.2018 · 18:17 Uhr
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