Geflüchtete Bewohner aus Chan Junis: Israelische Armee ruft zur Flucht auf
Die israelische Armee hat erneut Bewohner der umkämpften Stadt Chan Junis im südlichen Gazastreifen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Ein Sprecher der Armee verkündete über die Plattform X, ehemals bekannt als Twitter, dass die Menschen aus vier Stadtvierteln sich in eine ausgewiesene sichere Zone am Mittelmeer begeben sollten. Die Vereinten Nationen haben jedoch Bedenken geäußert, da aufgrund der intensiven Kämpfe und fortlaufenden israelischen Angriffe keine sicheren Gebiete mehr im Gazastreifen existieren.
Um die Versorgung der Bevölkerung zu erleichtern, hat der Militärsprecher zudem vierstündige Kampfpausen für Donnerstag, Freitag und Samstag angekündigt. Diese gelten für Deir al-Balah im zentralen Abschnitt des Gazastreifens sowie für Rafah an der Grenze zu Ägypten. Helfer warnen allerdings vor einer drohenden Hungersnot im umkämpften Gazastreifen.
Zu Beginn des Krieges wurde die palästinensische Zivilbevölkerung hauptsächlich im Norden des Gazastreifens aufgerufen, sich aus Sicherheitsgründen in den Süden des abgeriegelten Küstenstreifens zu begeben. Nach der Ausweitung der Bodenoffensive in den Süden mussten jedoch Zehntausende Menschen erneut ihre Zufluchtsorte verlassen.
Nach Angaben der Vereinten Nationen sind infolge der heftigen Kämpfe in Chan Junis tausende Menschen nach Rafah geflohen. Inzwischen halten sich dort über 1,3 Millionen Menschen auf, was mehr als die Hälfte der 2,2 Millionen Einwohner des Gazastreifens entspricht.
Chan Junis wird als Hochburg der islamistischen Hamas angesehen. Israel vermutet, dass sich die Führung der Terrororganisation sowie israelische Geiseln in dem Tunnelnetzwerk der Region aufhalten. (eulerpool-AFX)

