Furi: Neon-Schwertkampf auf der Switch

Wäre Furi 2016 nicht im PS Plus-Programm gewesen, wäre das Spiel damals sicherlich völlig an mir vorbei gegangen. So hatte ich jetzt doch einiges an Vorfreude, als ich vom Switchport gehört habe. Herausfordernde Schwertkämpfe auf dem Weg zur Arbeit oder im Bett liegend habe ich mir davon erhofft. Ob es dazu dann auch wirklich kam, lest ihr in den folgenden Zeilen unseres Tests!

Prison Break mal anders

Ein Mann sitzt in einem futuristischen Gefängnis und ist dort ewiger Folter ausgesetzt. Recht schnell merkt ihr, dass dies euer Charakter ist. Warum er in dieser Zelle sitzt und wieso er der Spielball eines augenscheinlich sadistischen Wärters ist, wisst ihr nicht. In einem unbeobachteten Moment taucht ein Wesen in Hasenkostüm auf, welches dezent an den Besucher aus Donnie Darko erinnert. Dieses Wesen befreit euch und empfiehlt, um euer Leben zu kämpfen, um dem Gefängnis zu entfliehen. Ihr stellt euch eurem Peiniger und erfahrt, dass ihr auf einer von zehn schwebenden Inseln über dem Planeten gefangen seid. Eure Aufgabe ist es nun, die Inseln hinab zu gelangen und auf jeder dieser schwebenden Landmassen den jeweiligen Wächter zu beseitigen. Nur so könnt ihr eure Freiheit wiedererlangen.

Mehr Geschichte benötigt es erstmal nicht und ihr dürft euch in dieser knalligen Eighties-Neon-Style-Welt zurecht finden. Dass euer Charakter eine wehende, weiße Mähne und ein neonblaues, vor Blitzen zuckendes Schwert benutzt, ist da natürlich absolut logisch. Furi erinnert nicht nur dank des Namens an den 2015 erschienenen Kurzfilm „Kung Fury“, beide Werke reiten auf einer Welle der 80er-Nostalgie und ziehen euch durch Optik und Sound sehr schnell in ihren Bann. Das ist bei diesem Spiel auch schwer nötig, da ihr andernfalls wirklich schnell gefrustet die Konsole gegen eine Wand werfen wollt.

Geballer und Geschnetzel

Wie bereits in der Zusammenfassung der Geschichte angedeutet, ist es eure Aufgabe, nach und nach die Wächter eures Gefängnisses zu erlegen. Ihr geht also von Schwertkampf zu Schwertkampf, weitere Spielelemente sind sehr spärlich bis gar nicht vorhanden. In den Kämpfen selber habt ihr einen Blaster zur Verfügung, mit dem ihr euren Gegner malträtiert und Bullethellphasen übersteht, bevor es dann mit eurem Schwert in einen direkten Zweikampf geht. Ihr könnt mit einem Dash ausweichen, gegnerische Schläge blocken oder bei gutem Timing auch parieren und kontern, Schüsse und Schläge aufladen oder ganz normal auf eure Feinde einschnetzeln.

Eure Möglichkeiten zu agieren sind also in einem begrenzten Rahmen, die Abwechslung kommt vor allem durch eure Gegner. Hier kommt es darauf an, Angriffsmuster zu behalten, dementsprechend zu reagieren und mit jedem Mal besser zu werden. Ihr werdet nämlich sehr sehr oft das zeitliche segnen. Eure Gegner haben mehrere Lebensbalken, die ihr leeren müsst. Habt ihr einen gepackt, wird auch eure Energie regeneriert, der Kampf wird dann allerdings anspruchsvoller. Und durch die Masse an Energie eurer Gegner könnt ihr euch auf lange, kräftezehrende Fights einstellen. Furi geht dabei direkt in die Vollen und selbst der Tutorialkampf kann euch schon ins Schwitzen bringen. Am Ende des Spiels steht dafür dann aber ein schöner Twist, der trotz der reduzierten Erzählweise das gesamte Setting erklärt und eine zwar simple, aber doch überlegenswerte moralische Frage in mir aufgeworfen hat.

Furi & Rage

Durch die Länge der Kämpfe wirkt jeder Sieg natürlich wie ein erklommener Berg. Ihr fühlt euch befreit, habt ein Grinsen im Gesicht oder brüllt einfach nur den Bildschirm an, weil ihr das Spiel endlich auf dieser Etappe besiegt habt. Oft ist dann auch eine kleine Pause nötig, bevor der nächste Kampf angegangen wird. Denn eure Frustrationstoleranz wird hier stark ausgelotet. Wenn ihr keine Freude daran habt, euch wirklich durch eine Herausforderung beißen zu müssen, dann wird Furi nie ein Spiel für euch sein. Manche Angriffsmuster eurer Gegner sind nämlich nicht nur schwer zu erlernen, sondern auch wirklich unfair in ihrem Aufbau. Wenn ihr getroffen werdet, ohne das Gefühl zu bekommen, dass ihr das irgendwie hättet verhindern können, geht der Spielspaß schnell flöten.

Das passiert glücklicherweise nicht oft, doch allein, dass es passiert und ihr so einen bereits sehr lang laufenden Kampf verliert, kann euch wahnsinnig machen. Die reduzierte Anzahl der Kämpfe kommt dem dabei durchaus entgegen. Es stehen nur zehn Gegner zwischen euch und dem Beenden des Spiels. Ihr denkt euch also nach jedem Sieg, dass es ja nicht mehr so lange dauert und es bald geschafft ist. Ihr steht immer wieder vor einem Wechselbad der Gefühle. „Hoffentlich ist es bald vorbei“ auf der einen Seite oder „Wo sind die Gegner?!“ auf der anderen gehen euch durch den Kopf. Je nachdem, welches Gefühl überwiegt, gibt den Ausschlag, ob Furi etwas für euch ist oder nicht.

Fazit

Damals im PS Plus Programm hätten wir euch eine blinde Empfehlung ausgesprochen. Ohne zusätzliche Kosten herunterladen und reinschnuppern ist perfekt, um schnell zu merken, ob ihr dem steigenden Frust gewachsen seid. Jetzt müssen wir etwas differenzieren. Das, was Furi machen möchte, macht es sehr gut. Ihr bekommt nervenzerreißende Duelle im Akkord geliefert, die euch von der ersten Sekunde an fordern. Der gesamte Stil hält euch am Ball und ist wunderbar stimmig. Das Schwierigkeitslevel zieht sehr stark. Wenn ihr von euch wisst, dass dadurch euer Ehrgeiz geweckt wird, dann greift zu. Die aktuell verlangten 19,99€ sind eventuell auch zu verkraften, um es einfach auszuprobieren.  Wenn ihr allerdings bereits die Erfahrung gemacht habt, dass ihr euch ungerne in immer wieder den gleichen Kampf stürzt, bis ihr alle Muster drin habt, lasst die Finger von Furi und investiert euer Geld besser woanders.

Gaming
[next-gamer.de] · 08.02.2018 · 09:22 Uhr
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