Fresenius-Aktie springt hoch: Spekulation zu Klinik-Verstaatlichung in Spanien unbegründet

Fresenius ist über die Tochter Helios Eigner von Quironsalud, der größten privaten Krankenhausgruppe in Spanien.

"Spekulationen über eine mögliche 'Verstaatlichung' privater Krankenhäuser in Spanien entbehren (...) jeder Grundlage", teilte Fresenius mit.

Zwar sei die spanische Regierung im Rahmen des erklärten Ausnahmezustandes "zeitweise dazu befugt, alle Krankenhäuser des Landes unter ihren direkten Zugriff zu stellen". Maßnahmen dieser Art seien auch in bestehenden Krisenplänen vieler anderer europäischer Länder enthalten. Diese ermöglichten es den Gesundheitsbehörden, alle verfügbaren Ressourcen bündeln, um Covid-19-Patientinnen und -Patienten so effektiv wie möglich zu behandeln.

Quironsalud unterstütze diese Maßnahmen vollumfänglich, da dies "ein in dieser Ausnahmesituation sinnvolles zentrales Management aller Kapazitäten erlaubt". Somit könne schnell auf sich ändernde Umstände reagiert und das Virus durch ein koordiniertes Zusammenwirken des gesamten Gesundheitssystems effektiv bekämpft werden.

Laut Mitteilung hat Quironsalud bereits die von den spanischen Behörden geforderten zusätzlichen Bettenkapazitäten geschaffen. Das Unternehmen werde weiterhin eng mit den Behörden kooperieren und damit die Anstrengungen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie maßgeblich unterstützen.

Alle Krankenhäuser der Quironsalud-Gruppe halten laut Mitteilung den Betrieb in vollem Umfang aufrecht und arbeiten in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden. Quironsalud verfügt heute spanienweit über rund 400 Intensivbetten in seinen rund 50 Krankenhäusern. Diese Zahl soll kurzfristig weiter erhöht werden. Daneben unternehme das Unternehmen alle Anstrengungen, weiterhin auch alle anderen Patientinnen und Patienten medizinisch zu versorgen, die dringend darauf angewiesen sind, beispielsweise Schwangere sowie Krebs- und andere Notfallpatienten.

Fresenius-Aktie mit deutlicher Reaktion auf Kurshalbierung

Fresenius-Aktien haben den stabileren DAX am Freitag mit mit einem kräftigen Kurssprung deutlich abgehängt. Sie legten am Freitag via XETRA um bis zu 14 Prozent auf 29,355 Euro deutlich zu. Zum Handelsschluss stand ein Plus von 10,82 Prozent bei 28,43 Euro an der Kurstafel. Dies ist eine starke Reaktion auf den massiven Coronavirus-Crash, der Papiere des Medizinkonzerns in vier Wochen um mehr als die Hälfte auf das Niveau von 2012 zurückwarf. "Der Hedgefonds Bridgewater hatte hier zuletzt massiv auf fallende Kurse gesetzt", sagte ein Börsianer.

Die Experten von Kepler Cheuvreux blieben aktuell bei ihrer Kaufempfehlung und sehen mit dem Kursziel von 62 Euro mehr als Verdopplungspotenzial. Der Medizinkonzern werde etwas Gegenwind spüren wegen der Corona-Krise, doch allzu stark dürfte dieser nicht sein, hieß es.

FRANKFURT (Dow Jones) / FRANKFURT (dpa-AFX Broker)

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[finanzen.net] · 20.03.2020 · 18:07 Uhr
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