Frage der Woche: Was tun, wenn Versicherer beim Autounfall tricksen?

Ein Autounfall kostet Beteiligte oft viel Geld und Nerven
  • Nach einem Autounfall warten Betroffene oft monatelang auf Zahlungen der gegnerischen Kfz-Versicherung, zum Beispiel für die Reparatur des Fahrzeugs oder Schmerzensgeld.
  • Viele Versicherer haben nach dem Unfall einige Tricks parat, um den Schadensfall zu ihren Gunsten abzuschließen.
  • Für eine reibungslose Schadensregulierung können sich Geschädigte auf bestimmte Rechte berufen, um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Ist der Schock nach einem Verkehrsunfall überwunden, gilt es für die Beteiligten erste Schritte zur Schadensregulierung einzuleiten. Nachdem am Unfallort für die notwendige Sicherheit gesorgt wurde, ist es wichtig, dass die Betroffenen ihre Versicherungsdaten austauschen, sodass der Schaden auch erstattet wird. Dies kann jedoch je nach Einzelfall für den Geschädigten eine Menge Ärger mit sich ziehen. Denn einige Versicherungen verfolgen das Ziel, die Kosten für den Schaden möglichst gering zu halten, da der Betroffene meist viel zu wenig über seine eigenen Rechte Bescheid weiß, so die Stiftung Warentest

Autounfall: Gegnerische Versicherung zahlt nicht alles

Autofahrer, die schuldlos in einen Unfall verwickelt sind, erhalten meist unmittelbar im Anschluss verlockende Angebote und Versprechen der gegnerischen Versicherung. Dazu zählen zum Beispiel die volle Kostenübernahme der Reparatur und einen Leihwagen oder weitere Schadensersatzansprüche. Doch davon sollten sich Geschädigte nicht zu schnell überzeugen lassen.

Betroffene haben bei eindeutiger Schuldfrage zwar das Recht, den Ausgleich der entstandenen Schäden durch die gegnerische Kfz-Versicherung vollständig geltend zu machen. Trotzdem versucht diese durch kleine Tricks die Kosten so weit wie möglich zu senken. Zu den häufigsten Positionen, die vom Versicherer gekürzt werden, gehören beispielsweise

  • Werkstattkosten,
  • Kosten für den Abschleppdienst,
  • Haushaltsführungsschaden für Verletzte,
  • Austausch von Kleinteilen,
  • Anmeldekosten für einen Neuwagen
  • oder Erstattung des Restwertes nach einem Totalschaden.

Tipp: Wer bereits am Unfallort mit vielversprechenden Angeboten der gegnerischen Versicherung konfrontiert wird, sollte sich nicht gleich darauf einlassen. Hier lohnt es sich, zunächst Ruhe zu bewahren und sich die Sachlage von einem Juristen und einem Gutachter schildern zu lassen. So verhindern Autofahrer, dass sie am Ende auf offenen Kosten sitzen bleiben.

Ein Anwalt lohnt sich schon bei kleinen Schäden

Die Stiftung Warentest rät Autofahrern davon ab, das Angebot der gegnerischen Versicherung umgehend anzunehmen. Sie empfiehlt, sich einen eigenen Rechtsanwalt zu suchen, da dessen Leistungen bei der Kfz-Haftpflichtversicherung der Gegenseite geltend gemacht werden können. Denn in vielen Fällen zahlt die gegnerische Kfz-Versicherung bei einem Autounfall nicht alles, was sie verspricht. Daher lohnt es sich bereits bei kleinen Schäden, einen Rechtsanwalt zurate zu ziehen. So erhalten Betroffene die Chance auf eine schnellere Reaktion und zügigere Schadensregulierung.

Zudem greift ein eigener Rechtsanwalt auch auf einen externen Gutachter zurück, der den Schaden realistisch einschätzen kann. Das minimiert das Risiko, dass die Schadensposition von der gegnerischen Versicherung gekürzt wird und der geschädigte Autofahrer am Ende höhere Kosten, zum Beispiel für die Reparatur, tragen muss.

Geschädigte sollten Schaden von einem externen Gutachter prüfen lassen

Neben der Erstattung der Anwaltskosten steht es Geschädigten zu, auf Kosten der gegnerischen Kfz-Versicherung den Schaden zusätzlich von einem eigenen Gutachter einzuschätzen zu lassen. Hier wird jedoch eine Schadenshöhe von mindestens 1.000 Euro bis 1.500 Euro vorausgesetzt. Die Höhe des Schadens können Autofahrer durch einen Kostenvoranschlag ihrer Werkstatt schätzen lassen.

Der Vorteil eines externen Gutachters ist seine neutrale Sicht und damit die realistische Festlegung der Schadenshöhe, während ein Gutachter der gegnerischen Versicherung einzelne Positionen im Kostenvoranschlag kürzen kann.

Ärger mit der Versicherung vorbeugen

Ein Unfall kann viel Chaos verursachen. Darum lohnt sich mit einer Rechtsschutzversicherung abgesichert zu sein, um bei drohenden Streitigkeiten nicht durch hohe Anwaltskosten belastet zu werden. Denn schon bei einer Teilschuld muss die gegnerische Seite die Anwaltskosten nicht vollständig übernehmen.

Kfz-Versicherung
[finanzen.de] · 14.09.2018 · 10:11 Uhr
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