FIVV-Vorstand Grünewald: "Beitrag zur Anlagekultur"

von Frank-B. Werner, Euro am Sonntag

€uro am Sonntag: Der von Ihnen begründete Münchner Investment Club (MIC) wird 30. Da sind Sie schon ein bisschen stolz?

Andreas Grünewald: Zuallererst erinnert einen so ein Geburtstag daran, dass man selber älter wird. Aber Spaß beiseite, es ist schon ein gutes Gefühl, dass die damalige Idee immer noch richtig ist, auch wenn wir sie abwandeln mussten.

Inwiefern?

In der Anfangszeit haben wir sehr viel über einzelne Aktien debattiert und dann mit einem Gemeinschaftsdepot gekauft. Das ist aus regulatorischen und steuerlichen Gründen schon lange nicht mehr sinnvoll, für das Investieren stehen stattdessen seit 2008 die drei FIVV-MIC-Mandat-Fonds "Offensiv", "Rendite" und "Rohstoffe" zur Verfügung. Aber der Bedarf an Informationen und Informationsaustausch ist genauso groß wie vor 30 Jahren. Insofern leisten wir nach wie vor einen Beitrag zur ökonomischen Bildung und zur Anlagekultur.

Sie selbst haben das Hobby zum Beruf gemacht, seit über 20 Jahren sogar mit einem eigenen Unternehmen. Was sind die größten Veränderungen für einen Vermögensverwalter gewesen?

Nun, was wir sicher am meisten unterschätzt haben, ist die überbordende Regulierung. Wer in der Finanzbranche arbeitet, steht heute unter Generalverdacht. Dabei hat die FIVV noch nie einen Rechtsstreit mit einem Kunden gehabt. Die Regulierung bei Anlageberatung und Vermögensverwaltung schießt über das Ziel hinaus. Wir werden zunehmend entmündigt, und die Kunden können kaum noch all die Formulare und Hinweise verarbeiten. Die zweite große Veränderung ist die Digitalisierung. Bei der FIVV setzen wir sie in einem hybriden Ansatz um, der Standardprozesse mit Maschinen vereinfacht; gleichzeitig hat aber jeder Kunde nach wie vor zwei persönliche Ansprechpartner.

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[finanzen.net] · 20.10.2019 · 16:00 Uhr
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