Experte warnt: Aus Trumps "America first"-Politik könnte "America last" werden

Nagy: Japan kann das nicht alleine machen

Der Aufstieg der chinesischen Macht ist aktuell ein zentrales Thema in Asien. Ein mangelndes Engagement der Vereinigten Staaten gegenüber Japan während des weiter andauernden Handelskonfliktes mit China könnte daher letztlich zu einer Katastrophe für beide Supermächte führen, befürchtet Stephen Nagy, leitender Professor für Politik und Internationale Studien an der Internationalen Christlichen Universität in Tokio. Nur gemeinsam könnten die USA und Japan gegen den wachsenden Einfluss Chinas vorgehen, ist sich Nagy sicher.

"Japan kann das nicht einfach alleine machen. Es hat einfach nicht die Ressourcen... Es braucht die wirtschaftliche [Unterstützung] sowie die Sicherheit, die die Vereinigten Staaten der Region bieten können", erklärte Nagy gegenüber CNBC.

Die "Zukunft der Weltwirtschaft"

Der indo-pazifische Raum sei von extrem hoher Relevanz, er sei die "Zukunft der Weltwirtschaft", erklärt Nagy. Aus diesem Grund verfolgten die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten, darunter auch Japan, eine "freie und offene indo-pazifische" Strategie. Sie versuchten so, Chinas aggressive Expansion einzudämmen, meint der Experte. Die asiatischen Länder "hätten gerne mehr von Japan, aber sie möchten, dass die Vereinigten Staaten nicht nur das militärische Engagement für die Region haben, sondern auch ein wirtschaftliches Engagement", Nagy weiter.

"Es ist unklar, ob Präsident Trump und seine Anhänger verstehen, dass ohne die Vereinigten Staaten in der Region... eine ‘America first’-Politik zu einer ‘America last’-Politik führen könnte", meint der Professor. Sollten sich die USA nicht mit dem asiatisch-pazifischen Raum auseinandersetzen und andere asiatische Länder nicht an sich binden, könnte dies verheerende Folgen haben: "Ich bin besorgt, dass die Region stärker von der Geopolitik zwischen China und anderen regionalen Mächten beherrscht wird - dass die Verbrauchermärkte für amerikanische und andere Mächte nicht offen sein werden".

Dieser Verlust des Zugangs zum Handel in der bevölkerungsreichsten Region der Welt sowie weitere destabilisierende Auswirkungen seien mögliche Folgen, sollten die USA nicht mit anderen Mächten wie Japan zusammenarbeiten und weiterhin alles im Alleingang regeln wollen.

Konjunktur/Wirtschaft
[finanzen.net] · 12.10.2018 · 22:45 Uhr
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