Evotec senkt Jahresziele drastisch – Aktie unter Druck

Umsatzprognosen unter Druck
Der Wirkstoff-Entwickler Evotec hat seine Jahresziele aufgrund von Umsatzverschiebungen und geringeren Erlöserwartungen stark nach unten korrigiert. Für das Jahr 2026 erwartet das im SDax gelistete Unternehmen nun einen Umsatz zwischen 570 und 610 Millionen Euro, während zuvor eine Spanne von 700 bis 780 Millionen Euro in Aussicht gestellt wurde. Auch der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird mit einem Minus von 70 bis 105 Millionen Euro deutlich unter den vorherigen Hoffnungen von 0 bis plus 40 Millionen Euro liegen.
Marktreaktion und Analystenmeinung
Die Reaktion der Märkte auf diese Nachrichten war alles andere als positiv. Im frühen Handel fiel der Aktienkurs um etwa 30 Prozent auf 3,42 Euro, was die Aktie in den unteren Bereich des SDax katapultierte. In den letzten zwölf Monaten hat der Kurs bereits rund 50 Prozent an Wert verloren. Analyst Charles Weston von der RBC Bank bezeichnete die Situation als eine weitere erhebliche Gewinnwarnung und betonte, dass Evotec es schwer haben wird, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Um dies zu erreichen, müsse das Unternehmen die finanzielle Transparenz erhöhen und verlässlichere Kennzahlen veröffentlichen.
Ursachen für die Umsatzlücke
Evotec führte an, dass etwa 40 Prozent der Umsatzlücke auf eine veränderte zeitliche Staffelung und angepasste Zeitpläne für Meilensteinzahlungen innerhalb bestehender Partnerschaften zurückzuführen sind. Diese Umsätze werden nun erst für das Jahr 2027 erwartet. Zudem seien etwa 45 Prozent der Lücke auf geringere Beiträge aus potenziellen neuen strategischen Partnerschaften zurückzuführen, während rund 15 Prozent auf eine schlechtere als erwartete Umsatzrealisierung entfallen.
Umstrukturierung und Kostensenkungen
Der Konzern befindet sich derzeit in einem umfassenden Umbauprozess. Evotec plant, sich auf hochwertige Dienstleistungen und spezifische Therapiegebiete zu konzentrieren, das Projekt-Portfolio zu straffen und verstärkt auf Automation sowie Künstliche Intelligenz (KI) zu setzen. Kürzlich wurden zudem weitere Sparmaßnahmen angekündigt, die bis Ende 2027 zu einer Reduzierung der Kostenbasis um 75 Millionen Euro führen sollen. Insgesamt wird die Zahl der Standorte auf zehn gesenkt, was auch den Abbau von bis zu 800 Stellen zur Folge haben wird.
Ausblick auf die Finanzergebnisse
Die vollständigen Finanzzahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 werden am 13. August veröffentlicht. Investoren und Analysten werden gespannt darauf warten, inwieweit Evotec seine strategischen Pläne umsetzen kann und welche Auswirkungen diese auf das zukünftige Wachstum und den Shareholder Value haben werden.

